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Aktuelles

Unis: Ab Herbst „hybrid", Budget „keine g'mahte Wiesn"

APA 1.7.2020

Die meisten Universitäten planen für den Herbst mit einer Art „Hybrid-Betrieb" aus Präsenz- und digitaler Lehre. Vorrang bei der Anwesenheit sollen dabei die Studienanfänger haben, so die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Sabine Seidler, vor Journalisten. „Spannend" würden auch die Verhandlungen um das Uni-Budget der Jahre 2022-24.

Den derzeitigen Eindruck von „leeren" Unis relativierte Seidler: Die Wissenschafter seien seit spätestens Mitte Mai großteils wieder zurück an ihren Arbeitsstellen. Seit Juni gebe es auch fast überall wieder Präsenzprüfungen, der Betrieb in den Laboren laufe wieder. Was tatsächlich ausfalle, sind aber genau jene Formate, die allgemein mit Hochschulen verbunden werden. „Wir haben uns entschlossen, in diesem Semester keine Vorlesungen zu machen."

Das habe vor allem praktische Gründe: „Wenn Sie auch nur den Mindestabstand einhalten, kriegen Sie nur 25 Prozent der Leute in einen Hörsaal", so Seidler. Dazu komme, dass die Hörsäle in der derzeitigen Phase für Prüfungen freigehalten werden müssten. Umgekehrt würden die Unis auch im Sommer Übungen und Prüfungen anbieten – „auf freiwilliger Basis natürlich".

Für den Herbst plane man einen „Hybrid-Betrieb", so Seidler: „Das wird eine Mischung aus Präsenz- und digitaler Lehre mit hoffentlich mehr Präsenz als jetzt." Im Präsenzbetrieb werde man sich primär auf die Erstsemestrigen konzentrieren: „Zu Hause vor dem Laptop ist der Studieneinstieg nicht optimal." Die derzeitige Lage mit eingeschränkten Präsenzen sei auch für die Universitäten nicht befriedigend: „Die Uni braucht Menschen, die miteinander arbeiten, streiten etc." Ihr sei schon klar, dass demnächst auch aus den Hochschulen selbst heraus ein Druck für mehr Präsenz entstehen werde, meinte die Rektorin der Technischen Universität (TU) Wien. „Aber gleichzeitig möchte niemand in den Schlagzeilen landen, wenn so viele Leute auf engstem Raum zusammenkommen."

Uni-Budget und Forschungfinanzierung

„Allumfassendes Thema" im Herbst werde aber das Uni-Budget sein, so Seidler. Am 31. Oktober muss jene Summe feststehen, die den Unis von 2022 bis 2024 für Lehre, Forschung, Infrastruktur und strategische Entwicklung zur Verfügung steht. „Das ist insofern spannend, als jetzt jeder Geld erwartet, weil auch die Wirtschaft nach Geld schreit und es sich fragt, wo die Unis dabei bleiben. Wir haben die Erfahrung gemacht: Wenn das Geld knapp ist, ist auch das Uni-Budget keine g'mahte Wies'n."

Für 2022-24 kommen die Unis auf einen Mehrbedarf von 2,1 Mrd. Euro gegenüber den elf Mrd. Euro der laufenden Periode 2019 bis 2021. Dies ergibt sich aus Teuerungs- und Struktureffekten in Höhe von 700 Mio. Euro, 550 Mio. Euro für Bauten, Mieten und Infrastruktur-Investitionen, 500 Mio. für die Fortsetzung der Studienplatzfinanzierung bzw. Verbesserung der Betreuungsrelationen sowie 350 Mio. Euro für den Ausbau der Stärkefelder bzw. Digitalisierung.

Praktisch zeitgleich mit dem Uni-Budget wird die künftige Forschungsfinanzierungverhandelt. „Unsere Sorge ist, dass das eine gegen das andere abgetauscht wird", meinte Seidler. „Man könnte ja auf die dumme Idee kommen zu sagen: ,Wir statten die Forschungsförderungs-Institutionen stark aus und nehmen auf der anderen Seite bei den Unis was weg oder umgekehrt‘."

Über das neue Forschungsfinanzierungsgesetz sei man „schon sehr enttäuscht", so Seidler. „Es war ja in der Diskussion, dass es einen Finanzierungs- bzw. Wachstumspfad geben soll." Die nunmehrige Variante mit dreijährigen Forschungspakten sei zwar ein Fortschritt: „Aber das gibt natürlich niemandem Sicherheit. Man hängt dann in diesen Drei-Jahres-Schleifen drin."

Höhere Zahl von prüfungsaktiv betriebenen Studien nötig

Nach wie vor ungelöst sei die Problematik der Mittel, die Unis aufgrund mangelnder Prüfungsaktivität ihrer Studenten zurückzahlen müssen, so Seidler. Bis Jahresende muss die Zahl der prüfungsaktiv betriebenen Studien um 3,6 Prozent anwachsen, sonst droht eine Budgetreduktion. Derzeit könne aber niemand sagen, wie die Lage aussieht: Fakt sei aber, dass der harte Lockdown wegen der Corona-Pandemie genau in die Prüfungszeit gefallen sei.

„Die Frage ist: Wie viele Studierende kriegen wir im Sommer dazu, noch Prüfungen zu machen?", meinte Seidler. Ein Problem sei auch die „Unkultur", trotz Anmeldung nicht zur Prüfung zu erscheinen. „Ich kann die Studenten nicht zur Prüfung tragen", ärgerte sich Seidler. An der TU seien in einem Fall im Juni von 200 Angemeldeten gerade 40 auch angetreten. „Und das hat nichts mit Corona zu tun, das ist in normalen Zeiten auch so."

Den Unis sei zugesagt worden, dass im Fall der Fälle auf ein Drittel der zurückzuzahlenden Summe verzichtet wird. "Jetzt kämpfen wir um die restlichen zwei Drittel." Außerdem habe man die Zusicherung, dass das zurückzuzahlende Geld an den Unis bleibe: „Es gibt aber noch kein Konzept, wie neu verteilt wird. Zumindest kenne ich es nicht."

Seidler: Erfolgreiches Studieren ist im ureigenen Interesse der Universitäten

Universitäten setzen verstärkt Maßnahmen um

OTS 26. 6. 2020

Die kürzlich präsentierten Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung 2020 nimmt uniko-Präsidentin Sabine Seidler zum Anlass, um auf jüngste Entwicklungen hinzuweisen: Wenn etwas mehr als die Hälfte aller Studierenden das von ihnen gewählte Studienfach für eher bzw. schlecht studierbar halten, dann darf dies als Auftrag an die Universitäten, aber auch an alle ihre Angehörigen bewertet werden. „Die Rektorate haben es sich unabhängig von der Studie zur Aufgabe gemacht, verstärkt Maßnahmen zu setzen – von der Studieninformation und -beratung über die Studien- und Prüfungsorganisation bis zur Gestaltung von Curricula –, um das zeitgerechte Absolvieren des Studiums zu ermöglichen“, hält Seidler fest. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt freilich auch von Rahmenbedingungen wie Zugangsmanagement, Ressourcenausstattung und Studienförderung ab, worauf Universitäten nur indirekt Einfluss haben

 

 

Startschuss zur Online-Kampagne von Österreichs Universitäten

uniko-Präsidentin Seidler: „Ideen, die unser Leben verbessern, werden verständlich präsentiert“

OTS 25.5.2020

UNInteressant? – Ideen, die unser Leben verbessern“: Unter diesem Motto startet am heutigen Montag, 25. Mai, die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) erstmalig eine Online-Kampagne, an der sich alle 22 öffentlichen Universitäten gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds FWF beteiligen. Ziel der Kampagne sei es, so uniko-Präsidentin Sabine Seidler, „eine leicht verständliche Information über den direkten Nutzen von Universitäten und universitär erzeugtem Wissen für die individuelle Lebenssituation zu präsentieren“, und damit auch eine erhöhte Sichtbarkeit der Bedeutung von Forschung, Wissenschaft und Universitäten zu erreichen.

Termine

Filtermöglichkeit
14.01.20, 13:00 bis 14:30 Uhr

Sitzung Task Force Gender & Diversity

23.04.20, 14:00 bis 15:30 Uhr

Sitzung Task Force Gender and Diversity

05.10.20, 09:30 bis 11:00 Uhr

Sitzung Task Force Gender and Diversity

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25.11.20, 10:30 bis 16:30 Uhr

Geschlechtervielfalt an Universitäten - Repräsentationen, Strategien und Handlungsmöglichkeiten

Vorstellungen von Geschlecht und Geschlechternormen prägen und strukturieren unser Denken und Handeln und ziehen sich durch Wissenschaft, Bildung und universitäre Strukturen. Mit der Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) zum Personenstandsgesetz („3. Geschlecht“) gibt es nun eine rechtliche Grundlage, die auch Universitäten verpflichtet diese Entscheidung umzusetzen. Welche Chancen, Auswirkungen und Perspektiven gehen damit für Universitäten einher? Wie kann Ausschlüssen und Benachteiligungen von trans, inter* und nicht-binären Personen aktiv entgegengewirkt werden?

Ziel der Tagung ist es, Handlungsmöglichkeiten für Universitäten und Universitätsangehörige aufzuzeigen, institutionelle Zwischenräume ausfindig zu machen und zur Vernetzung untereinander anzuregen. In moderierten Arbeitsgruppen zu den Themen Recht, Lehre & Forschung, Ressourcen & Infrastruktur, Kommunikation sowie Allianzenbildung werden Strategien und Erfahrungen aus der Praxis diskutiert und Empfehlungen erarbeitet, die in einer Abschlussdiskussion zusammengeführt werden.

Eine Veranstaltung der Task Force Gender & Diversity der österreichischen Universitätenkonferenz in Kooperation mit der Stabstelle Gleichstellung, Gender Studies und Diversität der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 

Das vollständige Programm sowie die Anmeldung zur Tagung ist ab Anfang Oktober online.