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Die Österreichische Universitätenkonferenz versteht sich als Stimme der öffentlichen österreichischen Universitäten und entwickelt gemeinsame Positionen zu universitätspolitisch und gesellschaftlich wichtigen Fragestellungen.

Nationalratswahl 2019: Zehn Fragen der UNIKO an die wahlwerbenden Parteien

Die Frage, wie es die politischen Parteien mit den Universitäten halten, ist nicht allein ein Thema für Studierende, WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen. Universitäten sind wesentliche Pfeiler der Gesellschaft und stehen als zentraler Faktor hinter der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unseres Landes. Zugleich sind sie von großer Bedeutung für die demokratischen Grundwerte, den sozialen Zusammenhalt und die Chancen künftiger Generationen.

Die uniko hat daher vor der Nationalratswahl die derzeit im Parlament vertretenen Parteien sowie „Die Grünen“ zu ihren universitätspolitischen Positionen und Programmen befragt.

 

Fragen an die wahlwerbenden Parteien

1. Wie stehen Sie zur Autonomie der Universitäten? Werden Sie sich dafür einsetzen, dass diese auch im europäischen Hochschulraum gestärkt wird?

Antwort ÖVP

Wir bekennen uns zur Autonomie der Hochschulen und wollen diese stärken. So soll etwa die Auswahl der Studierenden in ihrer Verantwortung liegen. Hier haben wir bereits in der letzten Bundesregierung durch die Änderung des Universitätsgesetzes die Möglichkeit für Universitäten geschaffen, Zugangsregelungen vorzunehmen, wenn es vor Ort besonders stark nachgefragte Studien gibt. Selbstverständlich muss die Autonomie auch europaweit gestärkt und sichergestellt werden. Dazu gibt es bereits mehrere europäische Projekte.

Antwort SPÖ

Die Autonomie der Universitäten ist durch die Verfassung gewährleistet, wie auch die Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre. Selbstverständlich sind dies aus unserer Sicht auch wichtige Voraussetzungen für einen europäischen Hochschulraum.

Antwort FPÖ

Die FPÖ war der Hauptbetreiber des UG 2002 und der damit verbundenen Autonomie der Universitäten. Selbstverständlich werden wir uns deshalb dafür einsetzen, dass diese auch im europäischen Hochschulraum gestärkt wird.

Antwort NEOS

Wir treten dafür ein, die Autonomie der Hochschulen und die Freiheit der Studierenden auszubauen und zu stärken. Die Hochschulen sollen das Recht haben, nach eigenem Ermessen - unter Berücksichtigung des Antidiskriminierungsgebots - selbst die Auswahl der Studierenden zu treffen und gegebenenfalls Studiengebühren einzuheben. Hochschulen sollen diese Studiengebühren in einem gesetzlich vorgegebenen Rahmen einheben und eigenständig verwenden können. Diese Studiengebühren werden vom Staat vorfinanziert, ab einem gewissen Einkommen sind sie als nachgelagerte Gebühren zurück zu zahlen.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Die Universitätsautonomie hat den österreichischen Universitäten ermöglicht, eigenständige Profile zu entwickeln und flexibler auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren. Die Universitätsautonomie soll daher weiter gestärkt werden. Ein guter Ansatzpunkt dafür sind die Leistungsvereinbarungen mit dem Bund.

Obwohl der Bund ein berechtigtes Interesse daran hat, auf die strategische Entwicklung des Universitätssystems einzuwirken, soll sich die Steuerung durch den Bund vor allem auf die unmittelbare Außenwirkung der Universitäten beziehen. Es sollen also vor allem Aktivitäten der „Third Mission“ Gegenstand von Leistungsvereinbarungen sein. Bezüglich der klassischen universitären Aufgaben Forschung und Lehre soll die Universitätsautonomie weiter ausgebaut werden.

Das betrifft auch das Handeln der Universitäten im europäischen Hochschulraum, etwa bei der Harmonisierung von Curricula zur besseren Anrechenbarkeit von Studienleistungen sowie von Kooperationen in Forschung und Lehre.

Antwort Grüne

Die Autonomie und Vollrechtsfähigkeit der österreichischen Universitäten, die seit dem UG 2002 besteht, wird von den Grünen begrüßt. Die Autonomie der Universitäten muss im europäischen Hochschulraum – und nicht nur dort, sondern weltweit – gestärkt werden. Vor allem die hochschul- und wissenschaftspolitischen Entwicklungen in Ungarn zeigen, dass eine starke Autonomie der Universitäten unabdingbar ist. Nicht nur die Vertreibung der CEU (Central European University) aus Budapest, sondern auch die Absetzung von Rektor_innen und Professor_innen durch die ungarische Regierung verletzen nicht nur die Autonomie, sondern insgesamt die akademische und wissenschaftliche Freiheit. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass die Autonomie von Universitäten nicht zu einer Abschiebung der öffentlichen Verantwortung für die Wissenschaft und ihre Lehre in private Hände führt.

2. Der Einstieg in die kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung in der laufenden Leistungsperiode ist ein erster Schritt. Wie stellen Sie die weitere Finanzierung dieser dreistufigen Entwicklung sicher?

Antwort ÖVP

Bei der Finanzierung der Universitäten gilt es an mehreren Punkten anzusetzen: Einerseits müssen wir der steigenden Studierendenzahl Rechnung tragen, gleichzeitig aber beste Qualität und Bedingungen an den Universitäten gewährleisten. Daher haben wir in der letzten Bundesregierung die Mittel für die Universitäten auf 11 Mrd. Euro aufgestockt. Das ist ein Plus von 1,34 Mrd. Euro.

Gleichzeitig gilt es die Universitätsfinanzierung transparenter zu machen, um die Mittel effizienter und je nach Bedarfslage einsetzen zu können. Mit der Einführung eines neuen Finanzierungsmodells – das drei-Säulen-Modell – haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung gesetzt.

Außerdem müssen wir für mehr Wettbewerb sorgen. Für die Universitäten soll es stärkere Anreize geben, zusätzliche Mittel zu erhalten. Zum Beispiel sollen Universitäten mehr Mittel akquirieren, je mehr Absolventinnen und Absolventen das Studium abschließen bzw. je zügiger die Studierenden sind.

Nicht zuletzt gilt es auch den privaten Finanzierungsanteil auf OECD-Schnitt (0,5% des BIP) zu steigern. So wollen wir moderate Finanzierungsbeiträge für Studierende in Kombination mit einem sozial- und leistungsorientierten Stipendiensystem einführen. Damit erhöhen wir gleichzeitig auch die Verbindlichkeit des Studierens.

Antwort SPÖ

Der Einstieg in eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung in der laufenden Leistungsperiode sowie der darauf basierende Hochschulzugang muss evaluiert werden. Die ersten Erfahrungen – wir stehen ja erst am Beginn des Studienjahres 2019/20 – sind durchaus unterschiedlich zu bewerten, insbesondere was die Studienplätze betrifft. Für einige Studienrichtungen, die eigentlich dringend auszubauen wären, wie etwa Informatik, werden weniger Studienplätze angeboten, als es im letzten Jahr Studienanfänger gab, und es werden Aufnahmeprüfungen durchgeführt. Es muss außerdem untersucht werden, ob möglicherweise bereits die Ankündigung von Zugangsbeschränkungen und Aufnahmeprüfungen im Vorfeld eine abschreckende Wirkung auf Studieninteressierte gehabt haben könnte.

Antwort FPÖ

Die Studienplatzfinanzierung war stets ein wichtiger Bestandteil der freiheitlichen Hochschulpolitik. Bei der Einführung des UG 2002 hat leider die ÖVP verhindert, dass diese bereits damals eingeführt wurde. Die letzte Regierung hat dazu nun einen ersten Schritt gesetzt. Der FPÖ war und ist das allerdings zu wenig. So wie bereits im letzten Regierungsprogramm festgelegt, soll über mehrere Leistungsvereinbarungsperioden hinweg und nach Etablierung der neuen Kosten- und Leistungsrechnung schrittweise die Weiterentwicklung in Richtung einer „echten“ Studienplatzfinanzierung stattfinden.

Antwort NEOS

Das ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer ernstgemeinten Studienplatzfinanzierung. Ein Paradigmenwechsel in der Wissenschaftspolitik ist das allerdings noch nicht – dafür bräuchte es wesentlich mehr Mittel im Universitätsbudget und eine Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Die Menschen sollten den Wert der Forschung für die gesellschaftliche Entwicklung erkennen können. Eine echte Kapazitätsorientierung fehlt leider ebenfalls.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Wir können als Oppositionspartei nur auf die kommende Regierung einwirken, eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen.

Antwort Grüne

Die Grünen sind derzeit nicht im Nationalrat vertreten, waren, durch den am 28. Juni 2017 im Nationalrat beschlossenen Abänderungsantrag der Abgeordneten Sigrid Maurer, aber maßgeblich an der Einführung beteiligt. Es steht zu hoffen, dass die zukünftige Regierung ausreichend Mittel für die folgenden zwei Leistungsvereinbarungsperioden (2022-2024 und 2025-2027) budgetiert, auch wenn die Phasen über die Legislaturperiode hinausgehen.

Wesentlich dabei ist jedenfalls, dass Maßnahmen gesetzt werden, die die Treffsicherheit bei der Studienwahl erhöhen. Die Grünen schlagen dafür eine echte Studieneingangs- und Orientierungsphase, nach der die Studienwahl erfolgt, vor und setzen sich für ein Modell der Übergänge ein. Eine, wie sich abzeichnet, sinkende Anfänger_innenzahl – die Gründe dafür sind vielfältig – darf jedoch keineswegs zu einer Budgetreduktion führen. Vielmehr wäre dadurch ein verbesserter Betreuungsschlüssel möglich.

3. Durch welche Maßnahmen wollen Sie die Universitäten in die Lage versetzen, auf Spitzenplätze in den internationalen Rankings zu kommen bzw. diese zu halten? Wie wollen Sie eine wettbewerbsfähige Finanzierung der Universitäten – auch im Hinblick auf das Zwei-Prozent-BIP-Ziel – erreichen?

Antwort ÖVP

Wenn wir exzellente wissenschaftliche Ausbildung und international herausragende Universitäten haben wollen, braucht es bessere Studienbedingungen und mehr Verbindlichkeit der Studierenden. In der letzten Bundesregierung haben wir mit dem Universitätsgesetz NEU das Modell der Studienplatzfinanzierung mit flächendeckenden Zugangsregelungen umgesetzt und eine qualitätsvolle Ausbildung sichergestellt. Denn nur wenn die Studentenströme gelenkt werden, können wir auch von den Universitäten erwarten, dass sie eine Ausbildung auf Spitzenniveau anbieten.

Um eine wettbewerbsfähige Finanzierung der Universitäten sicherzustellen, soll es für die Universitäten stärkere Anreize geben, zusätzliche Mittel zu erhalten. Auch hier haben wir bereits im Rahmen des neuen Finanzierungsmodells wichtige Schritte eingeleitet: In der Forschung sind die eingeworbenen Drittmittel oder die Anzahl der angebotenen strukturierten Doktorats-Programme entscheidend. Für die Lehre können Universitäten mehr Mittel akquirieren, je mehr Absolventinnen und Absolventen das Studium abschließen bzw. je zügiger die Studierenden sind.

Antwort SPÖ

Ein zentraler Faktor, damit Österreichs Universitäten Spitzenplätze in internationalen Rankings erreichen, ist eine im internationalen Vergleich ausreichende Finanzierung. In diesem Zusammenhang wäre z. B. eine Finanzierung, wie sie das IST Austria erfährt, von Vorteil. In den letzten Jahren wurde einiges für den Ausbau der Universitäten getan. So konnte die SPÖ 2017 – gegen die Stimmen der ÖVP – eine Erhöhung der Mittel für die laufende Leistungsperiode in der Höhe von 1,3 Mrd. Euro durchsetzen.

Antwort FPÖ

Wichtig ist mehr Wettbewerb. Ein Teil des Globalbudgets muss kompetitiv vergeben werden. Um unsere Hochschulen mit ihren Exzellenzfeldern international sichtbarer und damit wettbewerbsfähiger zu machen, sollen Strukturreformen und Standortoptimierungen bis hin zu möglichen Zusammenlegungen von Hochschulen geprüft werden. Dies wurde im letzten Regierungsprogramm bereits festgelegt, leider vom ÖVP-Wissenschaftsminister nicht angegangen.

Antwort NEOS

Bildung muss immer die höchste Priorität für Österreich haben. Wir wollen, dass sich der gesamtösterreichische Hochschulplan an einer klaren Vision und Strategie für den Standort Österreich und seine autonom agierenden Hochschulen orientiert. Dafür muss sich das Hochschulsystem an den ursprünglichen Zielen der europaweit gültigen Bologna-Erklärung orientieren. Die Hochschulen sollten die Freiheiten nutzen können, die ihnen die Erklärung lässt. Sie sollen sich nicht einem nationalen Vereinheitlichungszwang unterwerfen müssen. Das 2%-Ziel ist natürlich weiterzuverfolgen - aber viel interessanter sind die tatsächlichen finanziellen Mittel, die pro Studierendem ankommen. Eine echte Kapazitätsorientierung fehlt leider, weil nicht jede Hochschule ihr Zugangsmanagement individuell gestalten kann. Letztlich müssten die Universitäten die Möglichkeit erhalten, ein autonomes Zugangsmanagement einzurichten. Gleichzeitig mit den Zugangsregelungen müsste auch das System der Leistungs- und Sozialstipendien neu aufgesetzt werden.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Der wesentlichste Negativfaktor in den gängigen Rankings ist die schlechte Betreuungsrelation. Das gilt es zu ändern – unter anderem durch die Aufwertung der Lehre im Hochschulwesen. Diese muss sich auch in der Ausschreibung und Besetzung von Stellen (z. B. Senior Lecturer-Stellen) niederschlagen.

Antwort Grüne

Die Bedeutung von Rankings von Universitäten wird aus grüner Sicht vollkommen überschätzt. Ein paar Plätze rauf, ein paar Plätze runter und schon wird der Niedergang der Universitäten beschworen. Hier wird oft verglichen was nicht vergleichbar ist. Die Universität Harvard hat nahezu so viel Jahresbudget und ein Vielfaches an Vermögen wie die 22 österreichischen Universitäten zusammen. Ein gemeinsames Ranking hat daher keine Aussagekraft über die tatsächlichen Leistungen. Auch die Betreuungsschlüssel sind nicht vergleichbar und führen zu Verzerrungen: dort 20 Studierende auf eineN Professor_in, hier in manchen Fächern einE Professor_in auf 300 Studierende.

Die Erreichung des Zwei-Prozent-BIP-Ziel ist nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer „wettbewerbsfähige Finanzierung der Universitäten“ zu sehen. Vielmehr soll hier ein bildungs- und wissenschaftspolitisches Gesamtkonzept zugrunde gelegt werden, in dem die Chancengleichheit von Student_innen aus allen gesellschaftlichen Schichten erhöht wird.

4. Unsere Nachbarländer Deutschland und Schweiz investieren massiv in Grundlagenforschung und Exzellenzförderung. Die finanzielle Ausstattung der Forschungsfördereinrichtungen, an erster Stelle des FWF, sind dafür von zentraler Bedeutung. Was werden Sie zur ausreichenden Finanzierung und Stärkung unabhängiger Grundlagenforschung beitragen?

Antwort ÖVP

Ziel ist es, dass Österreich zur Gruppe der europäischen Innovation-Leader aufsteigt. Eine freie, erkenntnisgeleitete Grundlagenforschung und Exzellenzförderung in den wissenschaftlichen Einrichtungen ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Neben der akademischen Forschung stellt die stark anwendungsorientierte Forschung durch KMU und Großunternehmen das Rückgrat des Innovationssystems dar. Es gilt daher, die Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen bestmöglich auszugestalten: durch ein Bekenntnis zur Forschungsprämie, die Stärkung der nachfrageseitigen Innovationsförderung und durch direkte wettbewerbliche Förderungen.

Zudem braucht es – wie auch schon im Regierungsprogramm der letzten Bundesregierung vorgesehen – eine kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen und privaten Forschungsausgaben zur Erreichung des 3,76%-Ziels, um eine langfristige, strategische Planung der Forschungsfinanzierung zu gewährleisten.

Dabei sind effiziente Umsetzungsstrukturen ein zentrales Element, weswegen es notwendig ist die bestehende Governance des österreichischen Forschungs- und Innovationssystems neu zu gestalten sowie die Aufgaben und Rollen der Forschungs- und Forschungsförderungseinrichtungen genauer zu definieren und die fördernden Stellen zu konsolidieren.

Antwort SPÖ

Eine bessere Finanzierung und Stärkung der Grundlagenforschung sowie in diesem Zusammenhang auch für den FWF muss ein wichtiges Ziel für die nächste Legislaturperiode sein.

Antwort FPÖ

Siehe auch Frage 3. Ein wesentlicher Teil des Globalbudgets muss kompetitiv über den FWF vergeben werden.

Antwort NEOS

Die Förderung der Grundlagenforschung muss in einem Wettbewerb auf Grundlage eines internationalen Begutachtungsprozesses erfolgen, der Interventionen und politische Einflussnahme bei der Themensetzung und Mittelvergabe ausschließt. Im Wettbewerb definierte Exzellenzcluster sollen etabliert werden und den hochwertigen Forschungsnachwuchs fördern. Der dafür zuständige Wissenschaftsfonds FWF muss mit ausreichend budgetären Mitteln ausgestattet werden, die das Niveau der Agenturen in Top-Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden oder Schweden erreichen.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Das Schweizer Niveau zu erreichen, ist wünschenswert, aber leider illusorisch. Der FWF muss dringend mit ausreichenden Mitteln ausgestatten werden, um höhere Anerkennungsquoten für herausragende Forschungsprojekte zu erreichen. Die Finanzierung der deutschen Drittmittelförderung kann dabei als Richtwert dienen. Auch hierbei können wir nur auf die künftige Regierung einwirken.

Antwort Grüne

Alles, was möglich ist, wobei hier bestimmte Rahmenbedingungen klarzustellen sind. Das bereits präsentierte Konzept zur Exzellenzförderung sieht einen hohen – bis zu 40% - Eigenanteil der Universitäten für Infrastruktur und Overheadkosten vor. Ganz im Gegenteil müssen die Universitäten zusätzlich zur Förderung der wissenschaftlichen und künstlerischen Forschung Kosten für Overheads und Infrastruktur erhalten. Unabhängige Grundlagenforschung durch den FWF muss auch durch die Finanzierung von Overheadkosten – die es ja derzeit nicht gibt – gesichert und gestärkt werden. Jedenfalls müssen die Karriereentwicklungsprogramme für Wissenschafterinnen beibehalten und ausgebaut, wie das generell für die Nachwuchsförderung gilt. Überdies ist eine 50:50 Quote bei START-Programm und Wittgenstein-Preis zu implementieren. 2019 waren zwei Männer Wittgensteinpreisträger und unter den sechs START-Preisträger_innen befand sich lediglich eine Frau.

5. Wie werden Sie sicherstellen, dass ausreichend dotierte universitäre Bauvorhaben (nebst Folgekosten) durch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) verwirklicht werden können?

Antwort ÖVP

Investitionen in universitäre Infrastruktur sind sehr wesentlich und bilden die Basis für die Erfolge in der Forschung, der Lehre und dem Wissenstransfer. Es gibt ambitionierte Planungen der Universitäten für die Zukunft. Ziel ist es, diese mittelfristig sowie bestmöglich umzusetzen.

Antwort SPÖ

Angesichts der zahlreichen Investitionsvorhaben und universitären Baumaßnahmen – die bekanntlich weitgehend über Mieten finanziert werden – muss deren Finanzierung im Rahmen der Leistungsvereinbarungen ein wichtiges Anliegen für zukunftsfähige Universitäten sein.

Antwort FPÖ

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage der BIG sollten die Bauvorhaben problemlos umgesetzt werden können.

Antwort NEOS

Die Adaptierung und Modernisierung von sanierungsbedürftigen Gebäuden bzw. Gebäudeteilen sowie die allfällige Errichtung von Ersatz- und Neubauten zahlt direkt auf die Verbesserung der Studienbedingungen und der Forschungsmöglichkeiten ein. Daher muss dieses Anliegen auch budgetär abgebildet werden. Hier stehen wir für klare und transparente Rahmenbedingungen bei Planungsvereinbarungen und den konkreten Projektumsetzungen.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Siehe Frage 2.

Antwort Grüne

Hier ist aus Sicht der Grünen eine vollkommene Neuordnung des Bau- und Sanierungswesen und auch der Mieten in Zusammenhang mit der BIG erforderlich. Durch die Eingliederung der BIG in die ÖBAG (Österreichische Beteiligungs AG) wurde im November 2018 bekannt, dass die Dividenden von 240,1 Mio. Euro auf 470,2 Mio. Euro gestiegen sind. Die Gewinnorientierung der BIG führt dazu, dass z.B. überhöhte Mieten („marktüblicher Preis“ – aber was kann an einem Universitätsgebäude ein marktüblicher Preis sein) verlangt werden und, dass somit die Universitäten zu marktorientierten Grundsätzen zu bewirtschaften sind. Dazu kommt, dass all diese Kosten Teil des Wissenschaftsbudgets sind.

6. Gleichbehandlung und Frauenförderung sind zentrale Elemente der Universitäten und der Forschungsförderung. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um dies sicherzustellen und bestehende Programme zu stärken?

Antwort ÖVP

Wie in der Politik und der Wirtschaft sollten Frauen auch in der Wissenschaft entsprechend repräsentiert sein. Daher möchten wir Frauen und Mädchen in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen weiter fördern, indem wir z.B. bestehende Programme zur Gleichbehandlung und Frauenförderung in der Wissenschaft weiter ausbauen. Zudem gilt es Nachwuchswissenschaftlerinnen zu unterstützen und ihre Leistungen besser sichtbar zu machen.

Antwort SPÖ

Gleichbehandlung und Frauenförderung sind als wichtige Maßnahmen im Universitätsgesetz 2002 enthalten. Diesem Gesetzesauftrag müssen die Universitäten nachkommen. In den Leistungsvereinbarungen sind verschiedene Förderprogramme enthalten, die vom Wissenschaftsministerium unterstützt werden müssen. Auch bestehende Quotenregelungen in den Kollegialorgangen der Universitäten müssen konsequent umgesetzt und ausgebaut werden. Allerdings gibt es auch im Bereich der Studienentscheidung noch großes Potential: Zwar ist der Anteil der weiblichen Studierenden höher, allerdings besteht nach wie vor eine stark geschlechtsspezifische Studienwahl, die Einfluss auf den künftigen Beruf und das Gehalt hat. Hier muss sowohl von Seiten der Universitäten als auch der Politik ein Fokus auf geschlechtssensible Studienberatung gelegt werden, die schon in der Schule ansetzen muss.

Antwort FPÖ

Zentrales Element der Universität ist Forschung und Lehre. Die Gleichbehandlung steht in der Verfassung.

Antwort NEOS

Die Schaffung von Chancengerechtigkeit von Männern und Frauen ist ein wichtiger Bestandteil einer zukunftsgerichteten Wissenschafts- und Forschungspolitik. Auch in Österreich gab es in den letzten Jahren Bemühungen und Initiativen, um Frauen in Wissenschaft und Forschung zu fördern. Dadurch konnte der Frauenanteil bei den Professuren auf knapp 25 Prozent erhöht werden und mittlerweile werden auch einige Universitäten von Frauen geführt. Von einer Gleichstellung kann aber noch keine Rede sein. Der hohe Anteil an befristeten Stellen führt zu großen Unsicherheiten. Frauen sind davon massiver betroffen, weil von ihnen ein Gros der Erziehungs-, Haus- und Care-Arbeit verrichtet wird. Die Politik muss hier also bei zwei Schrauben ansetzen: Einerseits braucht es allgemein eine moderne Frauen- und Familienpolitik. Andererseits und im Speziellen braucht es eine bessere Förderung und attraktive Karrierepfade für den Wissenschaftsnachwuchs. Junge Forscher_innen stehen vor großen Schwierigkeiten nach dem Doktoratsabschluss ihre weitere akademische Karriere zu planen. Die Politik ist gefordert, hier ein umfassendes Konzept vorzulegen, das die bestehenden Förderlücken beseitigt und langfristige Planung ermöglicht.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Siehe Frage 2.

Antwort Grüne

Es bleibt zu hoffen, dass wir nicht in die Situation kommen, das Sicherstellen zu müssen. Wobei das Vorhaben des FWF, die beiden höchst erfolgreichen Frauenkarriereförderprogramme Elise-Richter und Hertha Firnberg zu beenden, Schlimmes befürchten lässt. Hier ist wirklich darauf zu achten, dass diese beiden Programme weitergeführt und selbstverständlich ausgebaut werden. Nach wie vor gibt es aber an den Universitäten Bereiche (z.B. MINT) in denen der Anteil der Frauen zu niedrig ist. Hier muss der beschrittene Weg der Frauenförderung weitergegangen werden und vielleicht da und dort auch “Männerprogramme” (z.B. Erwerb von Genderkompetenz) entwickelt und angeboten werden.

7. Welche Maßnahmen planen Sie, um das Anliegen einer verbesserten sozialen Durchmischung umzusetzen?

Antwort ÖVP

Jeder, der die Fähigkeit und den Willen mitbringt ein Studium zu absolvieren, sollte auch die Chance dazu haben. Die soziale Herkunft darf dabei keine Rolle spielen. Daher gilt es das Stipendienwesen weiter zu verbessern und die Studienbeihilfe auszubauen. Denn niemand darf aus finanziellen Gründen am Studieren gehindert werden.

Antwort SPÖ

Für die SPÖ ist klar: Junge Menschen sollen unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern studieren können. Wir lehnen Zugangsbeschränkungen, die eine soziale Hürde darstellen, ab. Der offene Hochschulzugang ohne allgemeine Studiengebühren ist zwar keine Garantie, wohl aber eine grundlegende Voraussetzung für eine soziale Durchmischung. Hier gibt es allerdings noch viel Handlungsbedarf: So sollten die Hochschulen die Maßnahmen der „Nationalen Strategie zur sozialen Dimension in der Hochschulbildung“ umsetzen und weiterentwickeln, etwa um Personen ohne klassische Matura (Berufsreifeprüfung) den Zugang zur Uni zu erleichtern. Wichtig ist auch, das Stipendiensystem auszubauen, insbesondere im Hinblick auf berufstätige Studierende. Berufstätigkeit soll wieder ein Grund für den Erlass von Studiengebühren sein. Außerdem müssen Stipendien und Einkommensgrenzen regelmäßig angepasst werden. Zur besseren Vereinbarkeit von Studium und Beruf sollte weiters verstärkt auf berufsbegleitende und digitale Studienangebote gesetzt werden. Vorbereitungsmaterialien müssen außerdem kostenlos sein und „Aufnahmegebühren“ gesetzlich in Form eines Kautionssystems geregelt werden.

Antwort FPÖ

An Österreichs Universitäten kann jeder, - egal von welcher sozialer Herkunft - sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, studieren.

Antwort NEOS

Studierende aus bildungsfernen Schichten können auf kein unterstützendes soziales Netzwerk zurückgreifen. Sie verfügen über weniger „Informationskapital“ und finden sich an der Uni schwieriger zurecht. Die Unterstützung muss hier bereits in der Schule beginnen, um junge Menschen auf ein mögliches Studium vorzubereiten. An den Hochschulen selbst müssen die Studienbedingungen und die Betreuung der Studierenden verbessert werden. Es braucht eine ganzheitliche Lösung, die alle Bereiche umfasst, damit wir im Wettbewerb um die besten Köpfe mitspielen können - egal welchen sozialen Hintergrund sie haben. Eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung soll den Universitäten Planungssicherheit geben und Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Die Ausfinanzierung der Hochschulen ist zwar vorrangig die Aufgabe des Staates, mehr private Investition in Bildung sowie nachgelagerte Studiengebühren stellen aber eine faire finanzielle Ergänzung und ein großes Potential für mehr Qualität im Studium dar. Gleichzeitig ist das österreichische Studienbeihilfensystem chronisch unterfinanziert. Es darf aber niemand aus finanziellen Gründen vom Studium ferngehalten werden. Damit ein chancengerechter Zugang zu den Hochschulen möglich ist, ist ein zügiger Ausbau des Beihilfensystems notwendig.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Die Abschaffung von Zugangshürden, darunter auch von Studiengebühren ist eine leicht umsetzbare Maßnahme. Wesentlich ist aber vor allem das gesamtgesellschaftliche Umfeld: Bildung wird in Österreich in überproportionalem Ausmaß vererbt. Dagegen können die Universitäten wenig tun. Effektive Maßnahmen müssen ab der Elementarbildung gesetzt werden. Auch andere Faktoren – etwa Wohnungspreise und ein niedrigschwellig zugängliches Stipendiensystem, gerade auch für den zweiten Bildungsweg – spielen eine wesentliche Rolle.

Antwort Grüne

Die grundsätzliche Problematik der schlechten sozialen Durchmischung an den Universitäten ist im Schulsystem zu verorten - Bildung wird in Österreich immer noch sehr stark vererbt. Um dieses Problem langfristig zu lösen ist es notwendig, die frühe soziale Selektion in den Schulen zu beenden. Maßnahmen dafür wären ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz nach dem ersten Lebensjahr, eine flexible Schuleingangsphase in der Grundschule, die gemeinsame Schule der 10-14jährigen und vieles anderes mehr.

Derzeit müssen zwei Drittel aller Studierenden arbeiten gehen, um sich ihr Studium finanzieren zu können - mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Studiendauer. Um die finanziellen Hürden für ein Studium und die Abhängigkeit von den Eltern zu reduzieren, muss das absolut unzureichende Stipendienwesen revolutioniert werden. Die Grünen schlagen die Einführung eines Grundstipendiums vor, das es allen ermöglichen soll, im Laufe ihres Lebens ein Studium abzuschließen.

8. Mit welchen Argumenten würden Sie einem Maturanten / einer Maturantin 2019 zu einem Studium an einer Universität raten?

Antwort ÖVP

Es gibt viele Gründe, die für ein Studium sprechen. Aber nicht für jeden ist ein Studium der richtige Weg. Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen den für sie richtigen Aus- bzw. Bildungsweg zu finden, z.B. über die regelmäßige Durchführung von Talente-Checks. Denn jeder hat unterschiedliche Talente und Begabungen, welche früh erkannt und gefördert werden sollten.

Außerdem ist es wichtig junge Menschen für den zukünftigen Arbeitsmarkt fit zu machen und sie dazu zu bewegen Berufe und Ausbildungswege zu wählen, die am Arbeitsmarkt auch gefragt sind. Das sind vor allem Berufe im MINT-Bereich.

Antwort SPÖ

Bei der Studienwahl sollte auf persönliche Interessen, Neigungen und Fähigkeiten Bedacht genommen werden, wobei auch berufliche Karrieren und Arbeitsmarktchancen nicht außer Acht bleiben sollten. Die Entscheidung für oder gegen ein Studium ist immer eine individuelle Entscheidung. Grundsätzlich zahlt sich höhere Bildung aber in den allermeisten Fällen aus – je höher die Bildung, desto höher in der Regel auch die beruflichen Perspektiven und desto geringer die Gefahr von Arbeitslosigkeit. Sinnvoll wäre eine bundesweite, öffentlich zugängliche AbsolventInnenbefragung, diese könnte Transparenz schaffen und Einblick in die Beschäftigungsmöglichkeiten von AbsolventInnen geben.

Antwort FPÖ

Grundsätzlich würden wir einmal jeden jungen Menschen raten, genau zu prüfen welchen Berufsweg sie oder er einschlagen möchte. Eine duale Berufsausbildung ist eine genauso adäquate Ausbildung wie Matura und Studium. Entscheidet man sich für die Matura bleibt dann der weg einer stärkeren wissenschaftliche orientierten Bildung in Form eines universitären Studiums, oder die mehr praxisorientierte Ausbildung auf an den Fachhochschulen Egal welche Ausbildung, notwendig ist bei allen eine entsprechende Leistungsbereitschaft.

Antwort NEOS

Die wichtigste Ressource Europas im 21. Jahrhundert sind nicht natürliche Rohstoffe wie Kohle oder Eisen, sondern das Know-how seiner Bürgerinnen und Bürger. Bildung, Ausbildung, Wissen und Forschergeist sind die entscheidenden Ressourcen unseres Kontinents für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft in der Informationsgesellschaft. Bildung wird damit auch zu unserem wichtigsten Kapital. Die Menschen in Europa müssen die Chance erhalten, sich ihr Leben lang weiterbilden zu können. Bildung ist eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft und der Schlüssel, um sich in einer sich permanent verändernden Welt zurechtzufinden und handlungsfähig zu sein. Wir wollen, dass alle Menschen in Österreich - unabhängig von ihrer Herkunft - die Chance bekommen, sich durch Bildung in einer sich permanent verändernden Welt zurechtzufinden und handlungsfähig zu sein. Die Universitäten leisten hier einen wichtigen Beitrag.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Das würden wir nicht pauschal tun. Viele Lebensentwürfe und Karrierepfade können individuell erfolgversprechend und sinnstiftend sein.

Antwort Grüne

Da gibt es wirklich viele Argumente: Vielfältige, wunderbare auch spezialisierte Studienangebote, Möglichkeit der Mobilität durch Erasmus+, politisches Engagement in der österreichischen Hochschüler_innenschaft, Kennenlernen von Mitstudierenden aus verschiedenen Ländern, geringeres Risiko der Arbeitslosigkeit als Akademiker_in, durchschnittlich höheres Lebenseinkommen als Akademiker_in, höhere Lebenserwartung als Akademiker_in, tolle Feste während der Studienzeit - aber vor allem auch die Möglichkeit einen ganz neuen Blick auf die Welt zu entwickeln.

9. In anderen Ländern wird vermehrt auf wissenschaftliche Expertise zurückgegriffen. Wie wollen Sie dafür Sorge tragen, dass die neue Regierung für ihre Arbeit wissenschaftlich fundiertes Expert_innen wissen nutzt?

Antwort ÖVP

Grundsätzlich sollte die Politik immer auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis und fachlicher Expertise formuliert werden, aber natürlich gibt es auch politische Wertentscheidungen.

Antwort SPÖ

Eine künftige Regierung sollte vermehrt ExpertInnen wissen heranziehen, wobei dieses wissenschaftsbasiert sein soll. Andererseits sollten ExpertInnen sich auch vermehrt auf aktuelle Problem einlassen. Ein Dialog auf Augenhöhe mit wechselseitigem Verständnis zwischen Wissenschaft und Politik ist sicher hilfreich.

Antwort FPÖ

Jede Bundesregierung wird entsprechende Expertisen - sei es von extern oder auch von den Beamten der Ministerin - für ihre Arbeit nutzen. Letztendlich entscheiden jedoch in einer Demokratie die gewählten Volksvertreter.

Antwort NEOS

Evidenzbasierte Arbeit ist in der Politik enorm wichtig und hilfreich. Grundsätzlich sehen wir es überaus positiv, wenn sich die Politik wissenschaftlich beraten lässt. Vorbildlich ist hier ganz sicher die Kooperation zwischen dem Parlament und dem Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Die halbjährlichen Monitoringberichte zu technologischen Entwicklungen und Trends sollen in die politische Arbeit einfließen und die Entscheidungsfindung optimieren. Die Berichte werden aber auch gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Kritisch sehen wir hingegen, wenn bei der Beratung durch Expert_innen keine Transparenz herrscht. Die Thinktanks im Bundeskanzleramt, "Think Austria," und im BMÖDS, "Denkwerk Zukunftsreich," waren undurchsichtige Konstrukte ohne nennenswerten Output, bei denen fast ausschließlich Parteifunktionäre oder parteinahe Personen beschäftigt wurden. Zusätzlich gab die ehemalige Bundesregierung seit Juni 2018 knapp zehn Millionen Euro an Steuergeld für Studien aus, von denen die Hälfte nie veröffentlicht wurde. Wir sprechen uns daher für ein modernes Informationsfreiheitsgesetz aus, damit auch hier Tranzparenz und Kontrolle möglich ist. Wir werden in diesem Bereich jedenfalls nicht locker lassen und weiterhin überprüfen, für welche Art von Beratung durch Expert_innen und Studien Steuergeld ausgegeben wird und inwiefern dieser Output in die politische Arbeit einfließt.

Antwort JETZT – Liste Pilz

Auf unserer Liste befinden sich unter den ersten acht Kandidatinnen und Kandidaten fünf promovierte WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen. Die hohe Bedeutung wissenschaftlicher Expertise für effektive governance ist uns sehr bewusst. Wir können nur hoffen, dass die künftige Regierung mehr als vorhergehende Expertinnen und Experten zu Rate zieht. Dazu werden wir als Auskunftspersonen in den jeweiligen Ausschüssen Personen aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz - und nicht ihrer Parteinähe - laden.

Antwort Grüne

Den Befund, dass in anderen Ländern vermehrt auf wissenschaftliche Expertise zurückgegriffen wird, können wir leider nicht teilen. Vielmehr geht die Entwicklung aus unserer Sicht leider in eine andere Richtung – Beispiele dafür sind Ungarn, aber auch Polen, Italien usw. Leider ist es dem Parlament und den Abgeordneten nur sehr beschränkt möglich, hier auf Regierungen einzuwirken. Wesentlich ist, dass das Expert_innenwissen auch im Parlament genützt wird und jedenfalls in der öffentlichen Diskussion präsent ist. Wenn aber wissenschaftliche Ergebnisse - Stichwort Klimawandel oder Rauchergesetz - von z.B. FPÖ Politiker_innen geleugnet werden, so ist es sowohl die Verantwortung der Wissenschafter_innen als auch der Politiker_innen, hier immer wieder Ergebnisse der Forschungen in verständlicher Sprache zu vermitteln.

10. Was wäre Ihr Beitrag, um in Österreich ein verbessertes Image für die Wissenschaft zu erzeugen? Wie sehen Sie die Rolle der Universitäten in der Gesellschaft?

Antwort ÖVP

Wir wollen die Rahmenbedingungen für den Forschungsstandort Österreich bestmöglich ausgestalten. Österreich ist eine kleine, exportorientierte Volkswirtschaft. Als solche ist es entscheidend, hochinnovative Produkte und Dienstleistungen erfolgreich auf den Weltmärkten im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Die angewandte Forschung an unseren Hochschulen stellt dabei einen wichtigen Beitrag zu unserem Innovationssystem dar.

Aktuell verlangen beispielsweise die Herausforderungen beim Klima- und Umweltschutz zusätzliche Investitionen in die Forschung und Entwicklung, um Österreich zum Vorreiter auf diesem Gebiet zu machen. Wir wollen in diesem Kontext den Forschungsstandort Österreich attraktivieren und die Mittel für Grundlagenforschung und angewandte Forschung entsprechend anpassen. Auch soll der Zuzug von internationalen Forscherinnen und Forschern erleichtert werden, durch eine Rot-Weiß-Rot-Card für hochqualifizierte Klimawissenschaftler/innen aus Theorie und Praxis.

Antwort SPÖ

Wichtig ist ein verstärkter Dialog mit Wissenschaft und Forschung und mehr Möglichkeiten der Präsentation von Forschungsergebnissen in der Öffentlichkeit. Hochschulen haben die Verantwortung, zur positiven Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft beizutragen und demnach auch die Aufgabe, möglichst vielen BürgerInnen akademische Bildung zu vermitteln. Im internationalen Vergleich hat Österreich allerdings Nachholbedarf bei den StudienanfängerInnen und AbsolventInnen. Ziel muss es sein, so viele Studienplätze zur Verfügung zu stellen, dass alle qualifizierten StudienwerberInnen ihr Wunschstudium beginnen und absolvieren können. Die Chancen auf einen akademischen Bildungsabschluss dürfen nicht vom Einkommen oder dem Bildungsstand der Eltern abhängen. Studierende, die aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit länger für ihr Studium brauchen, dürfen nicht durch Studiengebühren benachteiligt werden.

Antwort FPÖ

Die Universitäten sind ein zentraler Bestandteil jeder modernen Gesellschaft. Sie tragen mit ihrer Forschung und Lehre für die Weiterentwicklung dieser bei. Jeder Meinungsträger ist deshalb verpflichtet, sich für diese Bildungseinrichtungen stark zu machen, jedoch müssen die Universitäten selbst danach trachten, ein Bild in der Öffentlichkeit abzugeben, dass diesen Institutionen auch würdig ist.

Antwort NEOS

Freie und unabhängige Universitäten und Forschungseinrichtungen nähren die Freiheit des Wissens und der Gedanken. Wissen basiert auf Fakten und ohne sie befindet sich eine demokratische und freie Gesellschaft im Blindflug. Die Angriffe auf Universitäten und unabhängige Forschungseinrichtungen, wie wir sie z.B. in Ungarn gesehen haben, rütteln an den Grundfesten unserer Demokratie. Die Freiheit der Wissenschaft und der Forschung muss umfassend garantiert sein. Bei strukturellen Eingriffen der Politik in unabhängige Institutionen und Institute - wie das etwa der ehemalige Bundeskanzler bei der Statistik Austria versucht hat - wäre der demokratische Schaden enorm! Wenn nur noch die Politik bestimmt, wann welche Zahlen, Daten, Fakten berichtet werden, dann ist der Weg in Richtung gelenkte Demokratie nicht mehr weit. Wir NEOS werden immer Kämpfer_innen für die freie Wissenschaft sein!

Antwort JETZT – Liste Pilz

Die gesellschaftliche Aufgabe der Wissenschaft im Allgemeinen und der Universitäten im Besonderen besteht darin, Richtungen zu weisen, in die die Gesellschaft sich entwickeln kann und auf wahrgenommene Fehlentwicklungen hinzuweisen. Dabei kommt gerade den Studierenden traditionell eine unverzichtbare Rolle zu.

Antwort Grüne

Die Universitäten haben einerseits eine zentrale Rolle in der Gesellschaft und andererseits eine hohe gesellschaftliche Verantwortung als Bildungs-, Wissenschafts- und Kunstinstitution. Das Image und die öffentliche Wahrnehmung hat sich zwar in den letzten Jahren etwa durch Wissens- und Kunsttransferzentren verbessert und Universitäten gelten nicht nur mehr als elitäre Einrichtungen, aber selbstverständlich sollten hier weitere Maßnahmen gesetzt werden. Gerade in Zeiten von Fake-News sowie einer anti-aufklärerischen und rechtspopulistischen politischen Entwicklung ist eine starke, in der Öffentlichkeit präsente Universität, die die Grundwerte der Freiheit, Wissenschaft, Forschung und Kunst propagiert und verteidigt von immenser Bedeutung. Insgesamt sind Österreicher_innen im Vergleich zu anderen EU Bürger_innen gegenüber Wissenschaft, Forschung und Innovation äußerst misstrauisch, wie die regelmäßigen Umfragen im Rahmen von Eurobarometer zeigen. Hier wären jedenfalls niederschwellige, lokale und regionale Vermittlungsformate zu entwickeln die gemeinsam von möglichst vielen Forschungsinstitutionen bespielt werden sollten.

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