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NEWSLETTER 8/18

27.11.2018

KOMMENTAR

Wissenschaft und Politik: Abenteuer, Ignoranz, Evidenz

„Stop giving power to people who don't believe in science." Dieser leidenschaftliche Aufruf für die Wissenschaft kam beim Global Climate Action Summit im September 2018 in San Francisco über die Lippen von Harrison Ford. Der 76jährige Schauspieler, der sich seit fast 30 Jahren für Umweltthemen engagiert, verkörpert in einer seiner Paraderollen als Indiana Jones übrigens selbst einen Wissenschaftler, der auf abenteuerliche Weise unterwegs ist, um unter anderem wichtige Kulturgüter für die Menschheit zu erhalten.

Der Appell des Hollywoodstars hat große mediale Aufmerksamkeit gefunden. Um Wissenschaft in die Schlagzeilen zu bringen, braucht es „Celebrities“ als Botschafter, aber was ist die Botschaft dieses Satzes? In einer ersten Lesart kann man ihn wohl als offene Kritik an Donald Trump verstehen, der das Ignorieren bzw. bewusste Leugnen wissenschaftlicher Erkenntnisse zum strategischen Prinzip seiner Politik erhoben hat. Wenn Politik wissenschaftliche Erkenntnis negiert, hat das fatale Folgen, und am Beispiel des Klimawandels scheint sich dies gerade drastisch zu zeigen.

Populistische Politik. Ist Leugnen das eine Extrem, wie populistische Politik mit Fakten umgeht, so ist eine nicht minder bedenkliche andere Form, sich vage auf Wissenschaft als unhinterfragbare Autorität zu berufen, um sich einer sachlichen Diskussion zu entziehen. Auch hier muss man nicht lange nach Beispielen suchen und auch nicht unbedingt auf das Trump’sche Amerika blicken: Die Frage, wie Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein bei der Gesundheitsreform auf die Gesamteinsparungen von einer Milliarde kommt, beantwortete sie in einem ZIB-Interview jüngst so: „Wenn so viele Experten das schon berechnet haben, brauchen wir nicht auch noch etwas berechnen."[i]

Dieses Zitat führt wieder zurück zum Satz von Harrison Ford. Der von ihm geforderte Glaube an die Wissenschaft birgt, so gut sein Appell gemeint sein mag, auch einen grundsätzlichen Widerspruch: Wissenschaft ist das ständige Infragestellen des bisher Gewussten und Für-Wahr-Befundenen. Sie ist das Ringen um die jeweils aus dem gegenwärtigen Stand des Wissens beste Erklärung eines Phänomens, allerdings immer im Bewusstsein von deren Vorläufigkeit. Ohne diese kritische Distanz verkommt Wissenschaft als Glaube an die absolute Erklärung zur Ideologie, wie Religion zur Sekte und öffnet sich so letztlich dem Missbrauch durch Macht.

Wissenschaftliches Fundament. Was wir also brauchen, ist nicht eine Politik, die an die Wissenschaft glaubt, sondern die sich darum bemüht, ihre Entscheidungen bestmöglich auf wissenschaftliche Evidenz zu gründen. Wissenschaft ist das Fundament einer gedeihlichen gesellschaftlichen Entwicklung und daher sollten alle jene Prozesse gestärkt werden, die politische Entscheidungsfindungen durch wissenschaftliche Unterstützung optimieren, um die sich daraus ergebenden Chancen für die Gesellschaft zu nutzen.

[i] https://derstandard.at/2000087514588/Faktencheck-Bringt-die-Kassenreform-eine-Milliarde-Euro

Generalsekretärin Elisabeth FIORIOLI

Österreichische Universitätenkonferenz

INLAND

Blimlinger zu Leistungsvereinbarungen: „Sind auf gutem Weg“

„Allein wenn man sich ansieht, dass die Uni Wien schon 70 neue Professuren ausgeschrieben hat oder die Wirtschaftsuni 30 neue Professuren schaffen will, zeigt das schon, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir müssen aber schauen, dass es auch ein sehr guter wird." Mit diesen Worten zog die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Eva Blimlinger, am 21. November gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) eine positive Bilanz über das Ergebnis der Leistungsvereinbarungen zwischen dem Wissenschaftsressort und den 21 in der uniko vertretenen Universitäten. Wie sich nach dem Abschluss der Verhandlungen herausstellte, erzielten die Universitäten für den Zeitraum 2019 bis 2021 ein individuelles Budgetplus zwischen acht und 18 Prozent.

Vermessung der Begutachtung: Ratschläge für ein Ritual

„Es gehört zum Wesen unseres Berufs und zum Bauplan aller wissenschaftlichen Einrichtungen, sich nicht mit Mittelmaß zufrieden zu geben.“ Mit dieser Prämisse begrüßte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann, in seinem früheren Leben selbst Wissenschafter und danach Vizerektor der Universität Wien, das Publikum der diesjährigen Tagung des Österreichischen Wissenschaftsrats am 8. November. Das Thema der Veranstaltung „Qualitätsstandard oder leeres Ritual? Begutachtungen in der Diskussion“ aufgreifend, meinte der Minister: „Qualität ist alles andere als leicht messbar.“ Dennoch diene Qualitätsmessung zur Legitimierung von Entscheidungen – „auch dann, wenn ich sie gar nicht brauche“.

Wissenschaft und Politik kommen ins Gespräch

Die Premiere zum neuen Dialogformat „Wissenschaft und Politik im Gespräch" im Palais Epstein – unweit vom Hohen Haus – war gut besucht. Er sei „angetreten, um das Parlament zu öffnen“, verkündete Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) in seiner Begrüßung der Gäste, darunter prominente Köpfe aus Forschung und gesetzgebender Körperschaft, am 9. November. Nachsatz Sobotkas: „Die Politik muss sich auch Zeit nehmen zu reflektieren und sich mit Themen auseinandersetzen, die für einen größeren Zeitraum relevant sind.“ Anton Zeilinger, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und zweiter Initiator der Veranstaltung, sprach von einer „Bringschuld der Wissenschaft“.

PERSONALIA I

Andrea Braidt ist Präsidentin des Kunstuni-Netzwerks

Die Vizerektorin für Kunst und Forschung der Akademie der bildenden Künste Wien, Mag. Dr. Andrea B. Braidt MLitt (47), wurde am 24. November 2018 im Rahmen der 15. ELIA-Biennale-Konferenz in Rotterdam / Niederlande von der Generalversammlung zur Präsidentin gewählt. Sie ist in der über 25-jährigen Geschichte von ELIA (European League of Institutes of the Arts) die zweite Frau in diesem Amt. ELIA ist das umfassendste europäische Netzwerk von künstlerischen Universitäten und Hochschulen aller Kunstdisziplinen mit mehr als 250 Mitgliedern in 47 Ländern und repräsentiert rund 300.000 Studierende.

PERSONALIA II

Felix Schröpfer ist neuer Referent für Forschung

Mag. Felix Schröpfer (49) ist seit 15. November 2018 Referent für Forschung bei der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) und übernimmt damit die Agenden von Mag. Petra Wejwar für die Dauer ihrer Karenzierung. In Wien geboren, hat Schröpfer nach der Matura das Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien absolviert, danach ein Erasmus Programm an der Lund University, School of Economics, Schweden sowie das Studium des Master of Arts in European Integration an der University of Limerick, Irland.

ZITAT DES MONATS

„Der große Renner ist es nicht.“

Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, beim Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten am Abend des 13. November 2018 auf die Frage nach dem Stellenwert der Wissenschaft innerhalb der Bundesregierung.

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