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Der nächste Newsletter der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) erscheint im Juni 2020.

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NEWSLETTER 3/20

20.05.2020

KOMMENTAR

„Am 12. Oktober, dem Tag, an dem sich die eleganten Gäste des Clubs dos Diàrios (Rio de Janeiro, Anm.) mit Grippe infizierten, äußerte das Satiremagazin ‚Careta‘ die Befürchtung, die Behörden würden die Gefährlichkeit dieser Krankheit, die doch nur ein limpa-velhos war – also nur die alten Menschen dahinraffte -, übertreiben, um eine ‚Diktatur der Wissenschaft‘ errichten und die Bürgerrechte mit Füßen treten zu können.“ Was Laura Spinney in ihrem Buch „1918 – die Welt im Fieber“ beschreibt, liest sich heute fast wie ein Blick in unsere Zeit.

INLAND

uniko-Präsidentin Seidler: „Digitale Lehre ist kein Sparmodell“

„Der digitale Transformationsprozess hat an allen Universitäten eine Beschleunigung erfahren.“ So lautete der Befund von Sabine Seidler, Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), am 7. Mai anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesminister Heinz Faßmann im Wissenschaftsministerium. Die gewonnene Erfahrung aus siebeneinhalb Wochen im „Coronamodus“ habe auch bestätigt: „Andere Formen des Lehrens erfordern andere Investitionen. Digitale Lehre ist definitiv kein Sparmodell“, hielt Seidler fest.

Gleichzeitig machte die uniko-Präsidentin darauf aufmerksam, dass der Zeitdruck, unter dem die Umstellungsprozesse stattgefunden haben, zu nachhaltigen Lösungen, aber auch zu Provisorien geführt habe. „Schon aus didaktischen Erwägungen heraus ist das kein Dauerzustand. Digitale Lehre wird mehr als in der Vergangenheit eine wertvolle Ergänzung der Präsenzlehre sein“, betonte Seidler. Grundsätzlich werden dort, wo es notwendig sei, die Angebote für die Studierenden auch im Sommer aufrecht erhalten bleiben; der Mythos von der im Sommer geschlossenen Universität werde damit wohl endgültig begraben werden. Nachsatz: „Wir tun alles dafür, dass die Monate März bis September für die Studierenden kein verlorenes Semester sind.“

Leitfäden. Man dürfe nicht aus den Augen verlieren, so die Präsidentin, „dass unsere Lehrenden in der Regel beides sind – einerseits Forschende, Künstler und Künstlerinnen, anderseits eben Lehrende. In den letzten Wochen wurde allen viel abverlangt. Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, den Übungsbetrieb und die Kleingruppenlehre physisch an den Universitäten wieder aufzunehmen.“ Dabei stellten unter den gegebenen Rahmenbedingungen Prüfungen eine besondere Herausforderung dar: Leitfäden für online-Prüfungen wurden, Leitfäden und Logistikkonzepte für Präsenzprüfungen werden entwickelt. Seidler: „Auch die schrittweise Wiederaufnahme des Laborbetriebs hat begonnen. Die letzten Wochen war für die Forschung keine verlorene Zeit - Publikationen wurden ebenso geschrieben wie neue Projektideen formuliert.“

Abschließend erklärte die uniko-Präsidentin: „Es gibt auch ein Leben außerhalb von Corona: Am 31.10. des Jahres muss das Universitätsbudget für die Jahre 2022 bis 2024 festgelegt sein. Am Bedarf der Universitäten hat sich seit letztem November jedenfalls nichts geändert. Hoffen wir, dass Forschung und Bildung auch in den Budgetverhandlungen den gleichen Stellenwert erhalten wie aktuell in der Kommunikation.“ Wissenschaftsminister Faßmann teilte im Zusammenhang mit den Leistungsvereinbarungen und der damit verknüpften Steigerung der prüfungsaktiven Studien mit: Man werde mit den Universitäten über den Modus der Rückzahlungen verhandeln, sollten die entsprechenden Ziele verfehlt werden.

Mit einem Appell an die Bundesregierung, „mit voller Kraft in die Wissenschaft zu investieren“, meldete sich am 4. Mai die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen, darunter die uniko, Wissenschaftsfonds und IST Austria, zu Wort. „Niemand weiß im Detail, welche Krise die nächste sein wird – aber je mehr exzellente Forschende in Österreich tätig sind, desto besser werden wir die Krise in den Griff bekommen und eventuell auch abwenden können“, heißt es in dem Schreiben. Seitens der uniko weist Präsidentin Sabine Seidler darin auf die hohe Verantwortung der Wissenschaft hin und erklärt: „Wir beobachten, dass wissenschaftliche Expertise bei den Entscheidungen der Politik und bei der Information der Öffentlichkeit einen bisher nicht dagewesenen Stellenwert hat. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass die Bewältigung der Krise das Zusammenwirken verschiedener Wissenschaftsdisziplinen bedingt.“

INTERNATIONALES

Leigh Turner, der britische Botschafter in Österreich, pflegt nach eigener Aussage enge Kontakte zu den heimischen Universitäten und ihren Leitungen. „Wann immer ich eine Stadt besuche, halte ich gerne einen Vortag an einer Universität“, erzählt Turner im Interview für den uniko-Jahresbericht 2019. „Da kann ich den Studierenden etwas von Großbritannien und zur Diplomatie erzählen – auch über die Bedeutung, dass Absolventen verschiedener Studien in den diplomatischen Dienst gehen.“

PUBLIKATION

Wie kam es dazu, dass sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts einige Repräsentanten und Repräsentantinnen europäischer Staaten für eine länderübergreifende Hochschulreform ihrer Universitäten aussprachen? Wie kam es zur Sorbonne Deklaration (1998)? In welchem Verhältnis stehen das Universitätsgesetz 2002 und die Bologna-Reform? In dem aktuellen Buch Die Bologna-Reform: „Policy Making“ in Europa und Österreich von Elisabeth Westphal, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Universitätenkonferenz (uniko), werden Antworten auf oben gestellte Fragen gegeben. Westphals Aufarbeitung zeigt, dass manchmal auf europäischer Ebene das Unvorstellbare geschehen kann.

uniko INTERN

uniko INTERN

Forum Digitalisierung: Claudia von der Linden als Vorsitzende gewählt

Mit 20. April 2020 wurde in der Universitätenkonferenz (uniko) das Forum Digitalisierung gegründet, bei der Plenarversammlung am 4. Mai wurde Claudia von der Linden, Vizerektorin der TU Graz, zur ersten Vorsitzenden des Forums bestellt. In dem neuen Forum sind alle für den Bereich Digitalisierung zuständigen Vizerektorinnen und Vizerektoren der öffentlichen Universitäten vertreten. Zu den Aufgaben des Forums zählen die operative und strategische Abstimmung zwischen den Universitäten, Entwicklung strategischer Konzepte im Bereich Digitalisierung, Informationsaustausch mit den wichtigsten Stakeholdern, Stellungnahmen und Empfehlungen sowie die politische Vertretung der Universitäten in einschlägigen nationalen und internationalen Gremien. Das Forum Digitalisierung wird in der uniko-Geschäftsstelle von Clemens Unterberger, zuständig für Budget und Ressourcen, betreut.

ZITAT DES MONATS

„Wir werden uns wieder umarmen und auch abbusseln.“

Markus Müller, Rektor der Medizinischen Universität Wien und Mitglied in der Corona-Taskforce der Bundesregierung, im Interview mit der KRONE am Sonntag, 10. Mai 2020, auf die Frage: Werden wir uns in fünf Jahren wiederumarmen?

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