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Der nächste Newsletter der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) erscheint im September 2021.

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Newsletter 4/21

22.07.2021

KOMMENTAR

„Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei.“ Dieser Satz, festgeschrieben in Artikel 17 des Staatsgrundgesetzes und in vielen österreichischen Universitätsgebäuden prominent angeschrieben, ist für uns heute eine Selbstverständlichkeit. Eine Selbstverständlichkeit, die aber mit der Verpflichtung einhergeht, diese Freiheit nicht nur zu genießen, sondern sie auch aktiv zu nutzen und gegebenenfalls auch zu verteidigen. Und das scheint immer häufiger notwendig zu sein.

INTERNATIONAL

Universities for Enlightenment

Die Inhaftierung des Journalisten Roman Protassewitsch und seiner Begleiterin Sofia Sapega nach der Zwangslandung eines Passagierflugzeugs in Belarus Ende Mai hat sieben Rektorenkonferenzen des Netzwerks Universities for Enlightenment (U4E) dazu veranlasst, die sofortige Freilassung der beiden in einer gemeinsamen Stellungnahme zu fordern. Die Unterzeichner, darunter auch die uniko, seien "tief besorgt über die Verletzung der demokratischen und Menschenrechten, die wir in Europa weiterhin erleben", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Daran ändert auch der Umstand wenig, dass die Haftstrafe der beiden Oppositionellen zwischenzeitlich in Hausarrest umgewandelt wurde. Die Unterzeichner schlossen sich den Forderungen der EUA, Scholars at Risk und der European Students' Union an, Studierende und Forschende zu unterstützen, die wegen ihres Engagements für demokratische Gesellschaftsstrukturen politisch verfolgt werden.

"Populismus als eigentliche Gefahr für Europa und die Freiheit der Wissenschaft"

Die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) verurteilte in einer Presseaussendung die EU-feindlichen Inserate der ungarischen Regierung in diversen europäischen Zeitungen als einen weiteren Frontalangriff auf Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in Europa. „Nachdem das Orbán-Regime den Großteil der ungarischen Universitäten unter seine Kontrolle gebracht und jeden kritischen Diskurs im eigenen Land im Keim erstickt hat, verbreitet es seine menschen- und wissenschaftsfeindliche Propaganda nun in ganz Europa“, so uniko-Präsidentin Sabine Seidler.

Umso wichtiger sei es, die Autonomie demokratischer Institutionen zu stärken und Orte freier Meinungsäußerung vor jedweder Einflussnahme zu schützen. „Freie Universitäten und Medien sind das demokratische Rückgrat unserer Gesellschaft und die beste Basis, um illiberalen Tendenzen den Nährboden zu entziehen.“

Aus diesem Grund haben auf Initiative der uniko bereits im Jahr 2018 zehn europäische Rektorenkonferenzen die „Wiener Erklärung: Universitäten im Zeichen der Aufklärung“ unterzeichnet – leider schon damals ohne Beteiligung Ungarns. „Die jüngsten Entwicklungen in Ungarn sind leider kein Einzelfall. Die Autonomie der Hochschulen und die Freiheit der Wissenschaft sind in vielen Ländern akut bedroht. Dagegen müssen wir gemeinsam unsere Stimme erheben,“ so Seidler. Neben dem erzwungen Umzug der Central European University (CEU) von Budapest nach Wien und der Einschränkung der Autonomie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften hat die ungarische Regierung bereits mehr als die Hälfte der Universitäten privatisiert und einer regierungsnahen Stiftung unterstellt – darunter auch die Universität für Theater und Filmkunst in Budapest, die sich bis zuletzt mit Protesten von Studierenden und Lehrenden gegen die staatliche Kuratel gewehrt hatte.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika

In der gemeinsamen Erklärung “Enhan­cing Research Excellence at African Universities through European-African Coope­ration“ richtet die europäische Hochschulgemeinschaft einen Appell an die Europäische Kommission, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika zu fördern und weiter zu stärken. Die über 1.100 unterzeichnenden Hochschulen heben hervor, dass eine intensivierte Forschungszusammenarbeit zwischen Europa und Afrika entscheidend für das Bestreben beider Kontinente sei, große Herausforderungen wie die aktuelle COVID-19-Pandemie, Ungleichheit, die digitale Transformation und den Klima­wan­del gemeinsam zu bewältigen. Die Erklärung unterzeichneten 20 nationale Rektorenkonferenzen – darunter auch die uniko – und die European University Association.

MEDIEN

uniko-Präsidentin Sabine Seidler nahm ein Presse-Hintergrundgespräch Anfang Juli zum Anlass, um Bilanz über das vergangene Semester zu ziehen und einen Ausblick auf den Herbst zu wagen. Neben der Novelle des Universitätsgesetzes, das u.a. eine umfassende Neuordnung der hochschulischen Weiterbildung mit sich bringt, ging es in dem Gespräch um die Frage, wie sich die Universitäten in Zukunft inhaltlich wie strategisch positionieren wollen.

ZITAT DES MONATS

"Wenn der Professor vorne steht und langweilige Vorlesungen hält, ist es schnurzpiepegal, ob die Studierenden im Kinderzimmer oder im Hörsaal sitzen."

Anja Lüthy, BWL-Professorin an der Technischen Hochschule Brandenburg, in einem Streitgespräch zum Thema Präsenzlehre versus digitale Hochschulformate, veröffentlicht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 17. Juli 2021.

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