DEUTSCH / ENGLISH
Suche
Suchformular
SuchoptionenSuche in:
Suchoptionen
Suche in:

Newsletter

Für den aktuellsten Newsletter klicken Sie auf „Newsletter" in der Navigationsleiste.
Der nächste Newsletter der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) erscheint im September 2022.
Ihre Angaben sind freiwillig. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich zum Versenden unseres eigenen Newsletters.

Newsletter abonnieren

Newsletter 5/2022

21.07.2022

SCHWERPUNKT NACHHALTIGKEIT

Die Entwicklung der Menschheit ist und war schon immer untrennbar mit dem Bedarf an Rohstoffen verbunden. So wurden sogar ganze Epochen der Entwicklungsgeschichte nach den aus Rohstoffen gefertigten Werkzeugen benannt – man denke beispielsweise an die Steinzeit, die Bronze- oder die Eisenzeit. In den letzten Jahrzehnten konnte man beobachten, dass der Verbrauch an Rohstoffen proportional zur Entwicklung des BIP, das wiederum unseren materiellen Wohlstand ausdrückt, verläuft. Wie abhängig auch unsere Volkswirtschaften von der Verfügbarkeit entsprechender Rohstoffressourcen sind, zeigt sich immer wieder an der Volatilität der großen Rohstoffbörsen – vor allem auch in Hinblick auf die derzeit herrschende geopolitische Situation, die uns trotz einer bereits dramatisch veränderten Klimasituation dazu zwingt, den Einsatz fossiler Energieträger zu erhöhen anstatt zu minimieren.

"Schaffen wir es nicht, den Klimawandel zu verlangsamen und uns an die Veränderungen anzupassen, werden soziale Spannungen, Hunger, Verteilungskämpfe und Migration zunehmen" – mit diesen eindringlichen Worten wandte sich Martin Gerzabek vom Institut für Bodenforschung an der BOKU am 21. Juni im Rahmen eines Impulsreferats (siehe nachfolgender Text) an die Mitglieder des uniko-Fördervereins.

Students for Future appellieren an Verantwortung der Universität in Krisenzeiten

Wir sind Studierende, der Gruppe Students for Future, die das Studieren lieben aber gleichzeitig auch von den multiplen Krisen, allen voran der Klimakrise, erschlagen sind. Wir wollen eine Universität erleben, die widerspiegelt welchen gesellschaftlichen Herausforderungen wir gerade gegenüberstehen. Wir teilen den Wunsch der uniko nach einem “radikalen Umdenken in der Energie- und Wachstumspolitik” (siehe Details) . Gleichzeitig sehen wir aber auch die Verantwortung der Universität, dieses Umdenken selbst zu verankern.

Wir sehen daher drei folgende Punkte als entscheidend:

1.) Neugestaltung der Lehre

Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische Krise, sondern auch eine Wirtschaftskrise, Bildungskrise, Flüchtlingskrise, soziale Krise und auch eine persönliche Krise. Somit betrifft diese Krise auch alle Studienrichtungen, von Wirtschaftswissenschaften, über Psychologie, Bildungswissenschaften bis hin zu Rechtswissenschaften. Die Beschäftigung mit dieser Krise darf also nicht länger auf eine bestimmte Studienrichtung, eine bestimmte Universität, oder zusätzliche Wahl- oder Freifächer ausgelagert werden!
 
Die sich derzeit überschlagenen, multiplen Krisen fordern einen neuen Evaluierungsprozess aller Studien mit ihren Curriculas und Pflichtveranstaltungen. Gerade eben hat die österreichische Bio-Ethik Kommission des Bundeskanzleramts Österreich, in ihrem aktuellen Bericht 2022 Publikationen aus der Bioethikkommission - Bundeskanzleramt Österreich die Verantwortung der Forschung und Bildung in der Klimakrise betont! “Klimakrise und Klimafolgen sollten in den Bildungskanon aufgenommen werden!”.

Uns Studierenden muss also die Möglichkeit geboten werden, gerade in Pflichtveranstaltungen, gemeinsam mit den Professor:innen, auf die gegenwärtigen Krisen unserer Zeit einzugehen und mögliche Lösungswege zu evaluieren. Universitäten sollen der Ort sein und bleiben, welcher sich mit der gegenwärtigen und zukünftigen Welt beschäftigt! 

2.) Vorbild leben - Verantwortungsbewusst handeln

Universitäten sind in der Verantwortung, aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen Handlungsstränge abzuleiten. Das radikale Reduzieren der THG-Emissionen ist ein wissenschaftliches Faktum und muss daher auch innerhalb der eigenen Institutionen der Universitäten passieren. Ein Divestment in fossile Energieträger, sowie in direkt aufkommende Emissionen der Universitäten, muss also so schnell wie möglich passieren. Sind die politischen Rahmenbedingungen für diese Schritte nicht gegeben, können die Universitäten Forderungen an die Politik stellen bzw. unabhängig von der Politik einen verantwortungsbewussteren Weg gehen. 
 
 
3.) Gesellschaftspolitische Verantwortung 

Universitäten haben einen hohen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft. Damit einher geht auch eine politische Verantwortung. Professor:innen wie auch Rektor:innen sollen ihre Plattform nutzen und konsequent auf die drastischen Folgen des Nicht-Handelns, im Hinblick auf das Überschreiten des 1,5° Grad Limits und Auslösen von gefährlichen klimatischen Kipppunkten, hinweisen. Ein möglicher Schritt wäre das Ausrufen des Klimanotstandes. Wird dieses Warnen dennoch weitgehend ignoriert, so appellieren wir weiterhin an die Verantwortung und laden die Bildungsinstitutionen ein, einen Bildungsstreik zu organisieren. Damit kann die die Dringlichkeit unterstreichen und gesellschaftliche Aufmerksamkeit generieren werden. Denn wir müssen uns in Zeiten wie diesen einfach die Frage stellen: Welchen Wert wird der Wissenschaft und Forschung in unserer Gesellschaft gegeben, wenn diese wiederholt von Seiten der Entscheidungsträger:nnen ignoriert wird? Wie lange ist diese gefährliche Entwicklung als Dozent:in, Professor:in oder Rektor:in noch hinzunehmen?

Students for Future
https://fridaysforfuture.at/studentsforfuture

NEWS

uniko-Jahresbericht 2021

Das Jahr 2021 war von zahlreichen wegweisenden Entscheidungen und Entwicklungen für die Zukunft der Hochschulen geprägt – von den Leistungsvereinbarungsverhandlungen für die Jahre 2022 bis 2024 über die Entscheidung zur Gründung einer neuen TU für Digitalisierung in Oberösterreich bis zur Exzellenzinitiative, die auf den Weg gebracht wurde, oder die von der uniko ins Leben gerufene Plattform Open Science Austria. Diese finden im uniko-Jahresbericht ebenso Beachtung wie Herausforderungen im Bereich Lehre und Digitalisierung, Kampagnen zur Popularisierung von Wissenschaft, richtungsgebende Entwicklungen im europäischen Hochschulraum sowie die Vorreiterrolle der Universitäten in den Bereichen Diversität und Klimaschutz.

Neu ist in diesem Jahr – neben dem visuellen Design – auch ein dreiteiliger Jahresrückblick in Wort, Zahl und Bild, der die thematische Vielfalt, Innovationskraft und Kreativität der österreichischen Universitäten widerspiegelt.

Wissenschaftsjournalismus als Qualitätskriterium bei Medienförderung

Wissenschaftsjournalist:innen wurden in den Verhandlungen zu einer neuen Presseförderung bisher nicht explizit berücksichtigt. Dabei wäre eine Pro-Kopf-Förderung der Anstellung von Wissenschaftsjournalist:innen in Medien für die geplante Qualitätsförderung äußerst zweckdienlich. Die uniko unterstützt daher zusammen mit anderen Wissenschaftsinstitutionen die Forderung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten nach einer Neuregelung der Medienförderung.

SAVE OUR SPECTRUM

Die uniko hat sich zudem an einem gemeinsamen, europaweiten Appell von 57 Verbänden an die Europische Union beteiligt. Der Call to Europe fordert, dass das UHF-Spektrum für Rundfunk und Kultur sowie drahtlose Produktionstechnik, das auch für die Universitäten von großer Bedeutung ist, über 2030 hinaus zu erhalten.

Initiative MORE als Best Practice-Beispiel

Die Europäische Kommission hat auf der European Website on Integration die uniko-Initiative MORE unter der Rubrik 'Best Practices' als erfolgreiches Projekt aus dem Bereich Migration und Integration vorgestellt: "Austrian universities experience MORE students as an enrichment: as people whose potential in a narrow sense is further developed to benefit the universities as well as the Austrian economy in general."

ZITAT DES MONATS

"Wenn zwei Personen, die von Universität und Forschung so wenig Tau haben wie Sebastian Kurz und Landeshauptmann Thomas Stelzer, gemeinsam eine vermeintlich geniale Idee ohne internationales Vorbild haben, kann ich mir das nur mit einer Marienerscheinung erklären. Sonst wäre man sich nicht so sicher."

Oliver Vitouch, uniko-Vizepräsident und Rektor der Universität Klagenfurt, zur neuen technischen Universität in Linz mit dem Namen Institute of Digital Sciences Austria im KLEINE ZEITUNG-Interview.

Druckansicht »