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Universitäten schlagen Alarm: Budgetloch hat sich auf 1,2 Mrd. Euro verdoppelt

OTS 22.09.2022

„Die Lage ist dramatisch“ – mit diesen Worten kommentiert uniko-Präsidentin Sabine Seidler die finanzielle Notlage der Universitäten. Die Rekordinflation und die damit verbundenen Preissprünge bei Energie und Mieten sowie und die zu erwartenden höheren Personalkosten haben die bereits angespannte Situation in den vergangenen Monaten weiter verschärft.

Gegen Angriffe auf Wissenschaft: uniko richtet vor Orbán-Besuch Appell an Bundeskanzler Nehammer

 

OTS 27.7.2022

Die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) weist anlässlich des Staatsbesuchs von Viktor Orbán einmal mehr auf die massive Bedrohung der akademischen Freiheit und universitären Autonomie in Ungarn hin. Während der Amtszeit von Orbán ist das einstige Vorzeigeland im Index der Wissenschaftsfreiheit in die untere Hälfte abgerutscht und erzielte bei der letzten Erhebung im Jahr 2021 den schlechtesten Wert innerhalb der Europäischen Union. uniko-Präsidentin Sabine Seidler appelliert an Kanzler Nehammer, schwerwiegende Verstöße gegen die Freiheit von Wissenschaft und Lehre beim Treffen ebenso anzusprechen wie die Versuche der Regierung, die Autonomie der Universitäten zu beschneiden und kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen: „Der Academic Freedom Index bestätigt das, was wir seit Jahren mit großer Sorge beobachten. Wir dürfen nicht zulassen, dass Universitäten als ein wesentliches Element demokratischer Gesellschaften politischer Einflussnahme und Kontrolle unterworfen werden“, betont Seidler.

Wissenschaftsjournalismus als Qualitätskriterium bei Medienförderung durch öffentliche Hand

uniko unterstützt Forderung nach Anstellung von Wissenschaftsjournalist:innen

Wissenschaftsjournalist:innen wurden in den Verhandlungen zu einer neuen Presseförderung bisher nicht explizit berücksichtigt. Dabei wäre gerade eine Pro-Kopf-Förderung der Anstellung von Wissenschaftsjournalist:innen in Medien für die geplante Qualitätsförderung äußerst zweckdienlich. Diese Forderung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen unterstützen die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko), der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Wissenschaftsfonds (FWF) und der Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF).

SAVE OUR SPECTRUM

uniko beteiligt sich an europaweitem Appell

Die uniko beteiligt sich an einem gemeinsamen, europaweiten Appell von 57 Verbänden an die Europische Union. Der Call to Europe fordert, dass das UHF-Spektrum für Rundfunk und Kultur sowie drahtlose Produktionstechnik, das auch für die Universitäten von großer Bedeutung ist, über 2030 hinaus zu erhalten. Mehr Informationen:

Budgetloch von 475 Mio. Euro: Universitäten drohen massive Einschnitte durch Kostensteigerungen

Universitätenkonferenz (uniko) richtet dringenden Appell an Regierung

OTS 28.04.2022

Das Dreijahres-Budget der Universitäten, das in den Leistungsvereinbarungen für die Periode 2022-2024 beschlossen wurde, droht von der galoppierenden Inflation aufgefressen zu werden. „Erhebliche Kostensteigerungen bei Strompreisen, Mieten und Personalkosten reißen ein riesiges Loch von rund 475 Millionen Euro in das Budget der Universitäten, zeigt sich Sabine Seidler, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) besorgt. Ohne einen finanziellen Ausgleich sind drastische Einschränkungen – von einem Aufnahmestopp beim Personal bis hin zu einem massiven Rückbau in zentralen Leistungsbereichen – unumgänglich. 

„Wenn wir Lehre und Forschung sichern und den Wissenschaftsstandort Österreich international nicht beschädigen wollen, braucht es eine dringende Nachbesserung im Budget. Ansonsten stehen wir künftig vor der misslichen Wahl: Wollen wir unsere Hörsäle heizen oder Professuren nachbesetzen – beides wird sich nicht ausgehen“, so Seidler. An vielen Universitäten sieht man die Zukunftspläne dahinschmelzen und die Erreichung der in den Leistungsvereinbarungen gesetzten Ziele als unrealistisch. Unterstützung erhofft sich die uniko-Präsidentin von Minister Polaschek, der als ehemaliger Rektor der Universität Graz die Brisanz der Lage kennt.

Für ihr eigenes Haus, die Technische Universität Wien, mit einem erheblichen Strombedarf von mehr als 6 Millionen kWH, was in etwa dem Stromverbrauch der Stadt Steyr mit 37.952 Einwohnern entspricht, belaufen sich die zu erwartbaren Mehrkosten allein aus diesem Titel auf bis zu 24 Millionen Euro.

Von den Preissteigerungen besonders betroffen sind kleine und spezialisierte Universitäten. „Selbst wenn wir alle neuen Projekte und Investitionen in dieser Leistungsvereinbarungsperiode stoppen würden, wäre nur ein Drittel der notwendigen Einsparungen erreicht. Um die restlichen Kosten nachhaltig zu decken, müssten auch in der Lehre massive Einsparungen getätigt werden“, heißt es beispielsweise von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), bei der sich die prognostizierte Kostensteigerung auf 3-4 % des Gesamtbudgets beläuft. „Damit wären, die in den letzten Jahren erreichten Verbesserungen im Rahmen der ‚Universitätsfinanzierung neu‘ innerhalb von zwei Jahren zunichte gemacht“, so Vizerektor Johann Bergmann.

An der Veterinärmedizinischen Universität wird mit einem nicht gedeckten Mehraufwand von rund 20 Millionen gerechnet – Geld, das für die begonnene Digitalisierung sowie Investitionen in zeitgemäße Forschung und Lehre dringend benötigt wird. Nur mit einer finanziellen Unterstützung sei „eine internationale Akkreditierung unserer Ausbildung für unsere Absolventinnen und Absolventen und die Top-Platzierung in den internationalen Rankings“ auch in Zukunft möglich, betont Vizerektorin Manuela Raith.

Die Universitätenkonferenz richtet daher einen dringenden Appell an die Regierung, die Universitäten, die in den letzten beiden Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet haben, und – im Vergleich zu vielen anderen Branchen – die Mehrbelastungen praktisch ohne Hilfszahlungen aus eigener Kraft gestemmt haben, jetzt nicht im Regen stehen zu lassen, so Sabine Seidler. „Um den riesigen Herausforderungen, die auf uns in Zukunft zukommen (Stichwort Klimawandel) ebenfalls adäquat begegnen zu können, ist jeder in Forschung und Wissenschaft eingesetzte Euro eine gut angelegte Investition in unsere Zukunft.“

Unis planen Präsenzbetrieb ab Sommersemester

OTS 3.2.2022

Die österreichische Universitätenkonferenz (uniko) hat sich in einer heutigen Sitzung klar für ein Bekenntnis zur Präsenzlehre für das Sommersemester 2022 ausgesprochen. „Die Universitäten wollen mit Anfang März in fast allen Bereichen zum Präsenzbetrieb zurückkehren. Digitale oder hybride Formate wird es – auch auf Wunsch der Studierenden – teils bei größeren Vorlesungen geben oder wenn es die epidemiologische Entwicklung wieder erforderlich machen sollte“, betont uniko-Präsidentin Sabine Seidler.