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Studium & Lehre

Impfen, testen, lehren – Wie starten die Universitäten in das Wintersemester 2021/22?

Um einen möglichst sicheren und reibungslosen Unibetrieb mit größtmöglicher Präsenz vor Ort zu gewährleisten, haben die Universitätsleitungen in den letzten Wochen und Monaten detaillierte Sicherheitskonzepte sowie technische und logistische Lösungen entwickelt. Da diese je nach Standort, Größe und Ausrichtung der einzelnen Universitäten variieren, hat die uniko eine Erhebung unter den öffentlichen Hochschulen durchgeführt, die zu folgenden Ergebnissen geführt hat:

 

Impfen & Testen

Die Umfrage ergab, dass alle Universitäten Impfkampagnen durchgeführt haben und Impfungen für Studierende und Universitätspersonal organisiert haben. Diese fanden bzw. finden entweder direkt am Campus statt (Impfboxen bzw. Impfbusse) oder in Kooperation mit den jeweiligen Ländern (z.B. Hochschulaktion „Steiermark impft“), Stadtregierungen (Wien, Graz, Leoben) oder dem Krankenanstaltenträger. Spezielle Impfanreize für Studierende gibt es bis auf wenige Ausnahmen nicht. Testangebote vor Ort wird es an ca. der Hälfte der Universitäten geben, andere Unis stellen Gurgeltests für Studierende zur Verfügung.

 

Zutrittskontrollen

Die Zugangsregelungen werden an den Universitäten sehr unterschiedlich gehandhabt. Diese reichen von flächendeckenden 2/3-G-Überprüfungen am gesamten Campus, über lückenlose Überprüfungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen bis hin zu stichprobenartigen Überprüfungen als Ergänzung oder – in einigen wenigen Fällen – als alleinige Maßnahme. Auch bei der Frage, wer diese Kontrollen durchführt, gib es eine relativ große Bandbreite (Portier beim Eingang; Lehrpersonal bei kleineren Lehrveranstaltungen und Prüfungen; externe Sicherheitsdienste etc.). An einigen Universitäten wird auch an technischen Zutrittskontrollen bzw. Tools für das Contact Tracing gearbeitet.

 

Sicherheitsvorkehrungen

Bei den Sicherheitsbestimmungen orientieren sich die Unis an den allgemeingültigen Regelungen bzw. werden diese je nach Infektionsgeschehen anpassen. Während einige Unis, welche die 3-G-Regel flächendeckend überprüfen, auf einen Mindestabstand verzichten, empfiehlt die Mehrheit der Unis derzeit einen Mindestabstand von einem Meter oder mehr (z.B. bei Chorproben). Dementsprechend ist auch die geplante Raumauslastung sehr unterschiedlich kalkuliert. Einige wenige Universitäten planen aus heutiger Perspektive mit einer 100%igen Auslastung der Hörsäle, die übrigen orientieren sich an einer Belegung von rund 50-70%. Circa die Hälfte der befragten Unis sieht eine Maskenpflicht in den öffentlichen Bereichen und Verkehrsflächen vor. Am Platz im Hörsaal entfällt diese allerdings. Viele Universitäten haben eigene Belüftungskonzepte erstellt und nutzen bestehende Lüftungsanlagen kombiniert mit Stoßlüften zwischen Lehrveranstaltungen. Zusätzliche Luftfilter- bzw. CO2-Messgeräte wurden nur in wenigen Ausnahmefällen angeschafft. Sollten die Infektions- bzw. Hospitalisierungszahlen steigen, werden sich die Universitäten an den Verordnungen von Bund/Land bzw. der Stadt Wien orientieren und ggf. die Mindestabstände erhöhen, die Raumauslastung reduzieren bzw. eine FFP2-Maskenpflicht in Erwägung ziehen.

 

Digital vs. Präsenz

Was die physische Rückkehr in die Hörsäle betrifft, so planen die Universitäten je nach räumlicher Kapazität und Art der Veranstaltung möglichst viele Lehrveranstaltungen vor Ort durchzuführen – das gilt besonders für kleinere Gruppengrößen (Seminare/Labore) und den Unterricht im musisch/künstlerischen Bereich. Mit einer vollständigen Rückkehr zur Präsenzlehre (mehr als 90%) rechnet aus heutiger Sicht beinahe die Hälfte der Universtäten. Die übrigen Universitäten streben eine möglichst hohe Auslastung an und gehen hier von einer Präsenzquote zwischen 50 und 80% aus. Viele wollen in Zukunft alle Prüfungen wieder vor Ort durchführen, einige sind in dieser Frage noch unentschieden bzw. können hier noch keine Zahlen nennen.

 

Zusatzangebote für Studierende/Lehrende

Viele Universitäten werden spezielle „Fresh-(wo)men“-Maßnahmen ergreifen, um StudieneinsteigerInnen bzw. niedrigen Semestern den (Wieder)Einstieg zu erleichtern. Einige Universitäten planen hingegen Welcome-Back-Aktionen für alle Studierende. Mehr als die Hälfte der Universitäten bietet zudem psychologische Beratung für Studierende an bzw. berät über Anlaufstellen. Darüber hinaus haben zahlreiche Universitäten die technische Infrastruktur am Campus aufgerüstet und bieten Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote sowie technischen Support bei der Durchführung digitaler bzw. hybrider Lehrveranstaltungen.