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Drop Out

Drop Out - Studien

Frühe Studienabbrüche an Universitäten in Österreich

Projektbericht. April 2009

Insgesamt beträgt die Abbruchsquote der frühen StudienabbrecherInnen in Österreich nach Daten der amtlichen Statistik 19,4%. Bemerkenswerterweise zeigen sich dagegen keine Unterschiede in der Abbruchsquote nach Studienform (Lehramts-, Bachelor- oder Diplomstudium).

Unter Frauen ist die Abbruchsquote etwas höher als unter Männern und je älter die Studierenden bei Studienbeginn waren, desto höher ist ihre Abbruchsquote. Unter Studierenden aus niedriger sozialer Schicht (gemessen am höchsten Bildungsabschluss des Vaters) ist die Abbruchsquote etwas höher als unter Akademikerkindern. Deutlich erhöht ist die Abbruchsquote auch bei Studierenden, die ihr Studium im Sommersemester begonnen haben.

 

Abbruchquoten nach Universitäten

Die höchsten Abbruchsquoten weisen die Universitäten Wien (23%), Salzburg (22%), Linz (22%) und Klagenfurt (20%) auf, die niedrigsten die Medizinuniversität Wien (5%), die Kunstuniversität Linz (5%) sowie die Montanuniversität (6%). An der Medizinuniversität Innsbruck sowie den anderen Technischen und den meisten Kunstuniversitäten sind die Abbruchsquoten unterdurchschnittlich.

Abbruchquoten nach Studienrichtung

Nach Studienrichtungsgruppen betrachtet zeigen sich die höchsten Abbruchsquoten in der Theologie (37%), gefolgt von der Pädagogik (27%) und den individuellen Studien (27%), die v.a. Studierende der Internationalen Entwicklung sowie der Pflegewissenschaften an der Universität Wien umfassen. Besonders niedrig sind die Abbruchsquoten in der Humanmedizin (6%), der bildenden Kunst (8%) und der Veterinärmedizin (11%) Bei allen diesen handelt es sich um Fachgruppen mit Zugangsbeschränkungen bzw. selektiven Aufnahmeverfahren. Hohe Abbruchsquoten zeigen sich insbesondere in den Geisteswissenschaften, wobei sie in den philologischen Fächern am höchsten (25%) und in den philosophischen Fächern (21%) relativ gesehen am niedrigsten sind. Auffällig ist auch, dass sich die Abbruchsquote technischer Fächer (inklusive Montanistik und Fächern der Bodenkultur) mit 15% kaum von der Architektur (16%) unterscheidet, obwohl die Zusammensetzung der Studierenden deutlich differiert.

Soziökonomischer Status

Faktoren wie soziökonomischer Status, die mittels beruflicher Stellung und Bildungsniveau der Eltern gemessen wurden, demonstrieren, dass soziale Selektionsmechanismen innerhalb der Hochschule kaum existieren. Wie auch in anderen Studien festgestellt, findet die Selektion im Bildungssystem zu einem früheren Zeitpunkt in der Bildungslaufbahn statt. An den Universitäten ist der Effekt der sozialen Herkunft der Studierenden auf die Beendigung des Studiums  in den ersten Semestern gering. Dem gegenübergestellt, wirken sich Elternschaft, nicht ausreichende finanzielle Absicherung (in der Form eines Stipendiums oder Studienbeihilfe) und regelmäßige oder gelegentliche Erwerbstätigkeit während des Studiums signifikant auf das Abbruchsrisiko aus.

Hauptgrund des Studienabbruchs nach Geschlecht 

Grundsätzlich sind Effekte soziodemographischer Merkmale wie jener des Geschlechtes und des Alters bei Studienbeginn kaum signifikant. Auch Staatsbürgerschaft oder Migrationshintergrund leisten hierfür keinen nennenswerten Erklärungsbeitrag.

Am auffälligsten ist, dass fast doppelt so viele Frauen wie Männer angeben, ihre Erwartungen an das Studium seien nicht erfüllt worden (18% versus 10,5%). Dies hängt allerdings auch mit der geschlechtsspezifischen Wahl des Studienfaches zusammen. Männer führen öfter Vereinbarkeitsprobleme mit dem Beruf (17% vs. 12%) und finanzielle Gründe (10% vs. 6%) an. Fehlende Motivation (8%) wird von Frauen häufiger als zentraler Abbruchsgrund angeführt, während Männer etwas öfter angeben, im Studium überfordert gewesen (7,3% vs. 5,8%) oder an eine Fachhochschule gewechselt zu sein (8% vs. 5%).

Männer geben in beiden Gruppen häufiger an, dass die Studieninhalte ihren Erwartungen entsprochen und dass sie sich an der Universität wohl gefühlt hätten. Auch ihren Informationsstand über Studieninhalte schätzen Männer in beiden Gruppen besser ein. Frauen geben in beiden Gruppen etwas häufiger an, dass es ihnen schwer fiel, das Studium selbst zu organisieren und dass sie sich zu Beginn überfordert gefühlt hätten.

Ein Geschlechtervergleich zeigt, dass Frauen (in beiden Gruppen) öfter von persönlichen Problemen bzw. gesundheitlichen Beschwerden während des Studiums betroffen sind (bzw. waren). Besonders hervorzuheben sind stressbedingte gesundheitliche Beschwerden, hier zeigen sich die größten geschlechterspezifischen Unterschiede: 16% der Abbrecherinnen geben an, während des Studiums von diesen Problemen betroffen gewesen zu sein, während hier nur 4% der Männer zustimmen.  Frauen sind noch immer doppelt so häufig von stressbedingten gesundheitlichen Beschwerden betroffen als Männer (36% versus 18%).

 

Maßnahmen zur Vermeidung von Drop Out

Maßnahmen zur Vermeidung von Studienabbrüchen sollten also an folgenden Punkten ansetzen:

  • Verstärkte Information und Beratung vor und während des Studiums
  • Monitoring der angehenden Studierenden
  • Verbesserungen zur Vereinbarkeit von Studium und Beruf

 

 

Letzte Bearbeitung: 27.11.2013, 10:13 / a.scholz

Dropouts Projektbericht 2014

Drop Out

Wege nach dem Abgang von der Universität

Studie im Auftrag der uniko. IHS, Mai 2014

Die Österreichische Universitätenkonferenz hat 2013 beim Institut für Höhere Studien IHS Wien eine Studie in Auftrag zu geben, um der Frage nachzugehen: „Was machen Dropouts einer Universität nach dem Studienabbruch?“

Das Phänomen 'Dropout' wird in Österreich laut Studie quantitativ überschätzt. Grund ist die vielfach problematische Definition des Begriffs "Dropout". Im internationalen Vergleich wird für Österreich immer wieder eine hohe Dropout-Quote ausgewiesen. Diese ergibt sich aus der umgekehrten Abschluss- oder Erfolgsquote. Daraus wird geschlossen (oder 'berechnet'), dass alle, die nicht in der Abschlussquote enthalten sind, eben Dropouts seien, heißt es in der IHS-Studie.

Die empirischen Ergebnisse des Projektberichts Dropouts ergeben sich aus der Verknüpfung von Daten des Wissenschaftsministeriums, des Bundesrechenzentrums, des Arbeitsmarktservice (AMS), der Sozialversicherungen und von Statistik Austria. Die Auswertungen machen deutlich, dass die bisherigen bildungs- und hochschulpolitischen Diskussionen vielfach auf verzerrten, missverständlichen oder unvollständigen Datengrundlagen beruhen.

40% der Studienanfänger an österreichischen Universitäten machen in den ersten beiden Semestern kaum Prüfungen. 24% sind komplett studieninaktiv und absolvieren keine einzige Prüfung, 16% nur im Umfang von weniger als 16 ECTS-Punkten.

Den höchsten Anteil an solchen "studieninaktiven" (0 ECTS-Punkte) bzw. "prüfungsinaktiven" (weniger als 16 ECTS) StudienanfängerInnen hat die Wirtschaftsuniversität Wien mit 53%, gefolgt von Universität Wien mit 50% und Universität Salzburg mit 40%. Die geringsten verzeichnen Kunst- und Medizinuniversitäten, also jene Hochschulen mit Aufnahmeprüfungen.

Modernisation of Higher Education in Europe

Drop Out - EU - Internationalisierung - Sozialerhebung - Statistik - Studien

Access, Retention and Employability 2014

Eurydice Report

Viele Länder sammeln Informationen über ihre Studierenden, die Auswertung der Daten ist dabei vielfach nicht auf konkrete Ziele bezogen, wie zum Beispiel die Förderung des Hochschulzugangs benachteiligter Studierender.

Der Eurydice Bericht Modernisation of Higher Education in Europe befasst sich mit nationalen und institutionellen Maßnahmen in den Bereichen Zugang, Abschluss und Beschäftigungsfähigkeit von HochschulabsolventInnen. Die Politik und Praxis im Zusammenhang mit den Erfahrungen der Studierenden im Hochschulwesen werden in drei verschiedenen Phasen untersucht:

  • Zugang zur Hochschulbildung, was voraussetzt, dass Studienwillige über das verfügbare Angebot, die Zulassungsvoraussetzungen und die Zulassungsverfahren informiert sind
  • Studienverlauf, einschließlich verfügbarer Unterstützungsangebote, wenn Probleme aufgetreten
  • Übergang von der Hochschule zum Arbeitsmarkt

Der Bericht deckt 36 Länder ab und basiert auf drei Informationsquellen: den nationalen Eurydice-Stellen, nationalen Qualitätsagenturen und Hochschulbesuchen vor Ort.

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