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Drop Out

Drop Out - Studien

Frühe Studienabbrüche an Universitäten in Österreich

Projektbericht. April 2009

Insgesamt beträgt die Abbruchsquote der frühen StudienabbrecherInnen in Österreich nach Daten der amtlichen Statistik 19,4%. Bemerkenswerterweise zeigen sich dagegen keine Unterschiede in der Abbruchsquote nach Studienform (Lehramts-, Bachelor- oder Diplomstudium).

Unter Frauen ist die Abbruchsquote etwas höher als unter Männern und je älter die Studierenden bei Studienbeginn waren, desto höher ist ihre Abbruchsquote. Unter Studierenden aus niedriger sozialer Schicht (gemessen am höchsten Bildungsabschluss des Vaters) ist die Abbruchsquote etwas höher als unter Akademikerkindern. Deutlich erhöht ist die Abbruchsquote auch bei Studierenden, die ihr Studium im Sommersemester begonnen haben.

 

Dropouts Projektbericht 2014

Drop Out

Wege nach dem Abgang von der Universität

Studie im Auftrag der uniko. IHS, Mai 2014

Die Österreichische Universitätenkonferenz hat 2013 beim Institut für Höhere Studien IHS Wien eine Studie in Auftrag zu geben, um der Frage nachzugehen: „Was machen Dropouts einer Universität nach dem Studienabbruch?“

Das Phänomen 'Dropout' wird in Österreich laut Studie quantitativ überschätzt. Grund ist die vielfach problematische Definition des Begriffs "Dropout". Im internationalen Vergleich wird für Österreich immer wieder eine hohe Dropout-Quote ausgewiesen. Diese ergibt sich aus der umgekehrten Abschluss- oder Erfolgsquote. Daraus wird geschlossen (oder 'berechnet'), dass alle, die nicht in der Abschlussquote enthalten sind, eben Dropouts seien, heißt es in der IHS-Studie.

Die empirischen Ergebnisse des Projektberichts Dropouts ergeben sich aus der Verknüpfung von Daten des Wissenschaftsministeriums, des Bundesrechenzentrums, des Arbeitsmarktservice (AMS), der Sozialversicherungen und von Statistik Austria. Die Auswertungen machen deutlich, dass die bisherigen bildungs- und hochschulpolitischen Diskussionen vielfach auf verzerrten, missverständlichen oder unvollständigen Datengrundlagen beruhen.

40% der Studienanfänger an österreichischen Universitäten machen in den ersten beiden Semestern kaum Prüfungen. 24% sind komplett studieninaktiv und absolvieren keine einzige Prüfung, 16% nur im Umfang von weniger als 16 ECTS-Punkten.

Den höchsten Anteil an solchen "studieninaktiven" (0 ECTS-Punkte) bzw. "prüfungsinaktiven" (weniger als 16 ECTS) StudienanfängerInnen hat die Wirtschaftsuniversität Wien mit 53%, gefolgt von Universität Wien mit 50% und Universität Salzburg mit 40%. Die geringsten verzeichnen Kunst- und Medizinuniversitäten, also jene Hochschulen mit Aufnahmeprüfungen.

Modernisation of Higher Education in Europe

Drop Out - EU - Internationalisierung - Sozialerhebung - Statistik - Studien

Access, Retention and Employability 2014

Eurydice Report

Viele Länder sammeln Informationen über ihre Studierenden, die Auswertung der Daten ist dabei vielfach nicht auf konkrete Ziele bezogen, wie zum Beispiel die Förderung des Hochschulzugangs benachteiligter Studierender.

Der Eurydice Bericht Modernisation of Higher Education in Europe befasst sich mit nationalen und institutionellen Maßnahmen in den Bereichen Zugang, Abschluss und Beschäftigungsfähigkeit von HochschulabsolventInnen. Die Politik und Praxis im Zusammenhang mit den Erfahrungen der Studierenden im Hochschulwesen werden in drei verschiedenen Phasen untersucht:

  • Zugang zur Hochschulbildung, was voraussetzt, dass Studienwillige über das verfügbare Angebot, die Zulassungsvoraussetzungen und die Zulassungsverfahren informiert sind
  • Studienverlauf, einschließlich verfügbarer Unterstützungsangebote, wenn Probleme aufgetreten
  • Übergang von der Hochschule zum Arbeitsmarkt

Der Bericht deckt 36 Länder ab und basiert auf drei Informationsquellen: den nationalen Eurydice-Stellen, nationalen Qualitätsagenturen und Hochschulbesuchen vor Ort.

In Bezug auf die Maßnahmen zur Erweiterung der Bildungsbeteiligung an Hochschulen ist eine klare geografische Kluft zu erkennen: diese sind stärker im Norden und im Westen Europas verbreitet.

Für Österreich liegen keine Informationen darüber vor, ob die Vielfalt unter den Studierenden zunimmt. Schweden, Norwegen, Frankreich, Italien und Deutschland weisen eine eindeutige zunehmende Vielfalt aus.

Österreich hat keine Ziele festgelegt, um den Zugang zur Hochschulbildung für unterrepräsentierte Gruppen wie Studienwillige aus Familien mit geringerem Einkommen zu verbessern.

In rund der Hälfte der europäischen Hochschulsysteme gibt es „Brückenprogramme“ für Studienanfänger, die nicht unmittelbar von der Sekundarschule kommen. Dies trifft auch für Österreich zu.

Die Studie belegt die Relevanz der Qualitätssicherung, um wichtige politische Strategien, die auf eine Erweiterung der Bildungsbeteiligung und die Steigerung der Verbleibs- und Abschlussquoten abzielen, zu fördern. Dies kann dazu beitragen, die Fortschritte der Studierenden besser zu beobachten und herauszufinden, wie die Hochschulen diese Informationen in den Prozess der Qualitätsverbesserung einfließen lassen.  Für die Mehrheit der europäischen Bildungssysteme erfolgt die systematische Erhebung von Abschlussraten.

In Österreich sind die Studienabschlussrate oder Drop-out-Rate kein Kriterium der externen Qualitätssicherung und es erfolgt keine systematische Erhebung von Drop-outs. 

Eine Empfehlung der Studie lautet:

"Student retention can be considered as a basic and key performance indicator for higher education systems. The aim should be for as many students as possible to progress and successfully graduate. In the context of widening participation, retention is also a matter of social justice. If governments are to encourage a broader range of students into higher education, they also have a responsibility to help reduce the psychological, financial and/or emotional risks of non-completion."

Letzte Bearbeitung: 23.05.2014, 10:51 / a.scholz

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