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Finanzierungsmodelle universitärer Lehre

Studien - Studienplatzfinanzierung

Internationale Beispiele, Erfahrungen und mögliche Strategien für Österreichs Universitäten

Endbericht. Februar 2011

 

Karl-Heinz Leitner, Brigitte Ecker, Claudia Steindl
Joanneum Research, AIT Austrian Institute of Technology

Die Studie untersucht das Modell der Studienplatzfinanzierung, seine Voraussetzungen, Gestaltungsvarianten, mögliche Auswirkungen und Einführungsszenarien für Österreich.

 

Funding Higher Education
A View across Europe

EU - Studien - Studienplatzfinanzierung

ESMU European Center for Strategic Management of Universities. Brüssel 2010

Die Studie im Auftrag der Europäischen Kommission zeigt, dass die Aufwendungen pro StudentIn zwischen 1995 und 2008 in der knappen Mehrheit von 34 europäischen Ländern gestiegen sind, in einigen aber auch gleich geblieben oder gar gesunken sind.

Österreich gehört dabei zu den Ländern, in denen die Ausgaben pro StudentIn im gesamten tertiären Bereich gleich geblieben sind. Die Schweiz liegt hier mit 18.000 Euro deutlich an der europäischen Spitze. Eine Analyse der Aufwendungen pro StudentIn (gemessen am Globalbudget) in Österreich von 2004 und 2009 zeigt, dass diese von 9.855 auf 9.090 (nominelle Werte) gesunken sind, wird die Inflation berücksichtigt ergibt sich eine Reduktion auf 8.259 Euro, was einen Rückgang von 16% ausmacht.

Kapazitätsorientierte Universitätsfinanzierung

Studienplatzfinanzierung

Als Ergebnis des „Universitätengipfels“ vom 20.11.2010 zwischen der Bundesregierung und der Universitätenkonferenz uniko wurde zur Vorbereitung dieser neuen universitären Budgetgestaltung im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung eine Arbeitsgruppe „Kapazitätsorientierte Universitätsfinanzierung“ eingesetzt, deren Aufgabe es war, ein neues Finanzierungmodell für die Universitäten mit einer Teilung in eine studierendenbezogene Finanzierung der Lehre und einer davon getrennten Mittelvergabe für die Forschung bzw. Entwicklung und Erschließung der Künste zu entwickeln. Der Arbeitsgruppe gehörten sowohl Mitglieder des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung als auch Mitglieder der Österreichischen Universitätenkonferenz uniko an.

Der Schlussbericht der Arbeitsgruppe wurde 2011 vorgelegt. Siehe RIS

Dieses Modell der „kapazitätsorientierten Universitätsfinanzierung“ umfasst im Schlussbericht der Arbeitsgruppe vom Dezember 2011 folgende Punkte:

Budget

Die Unis sollen weiter Globalbudgets bekommen, über die sie ihm Rahmen ihrer Aufgaben und der mit dem Ministerium abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen frei verfügen. Das bisherige Formelbudget bzw. der mit der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode (2013 bis 2015) eingeführte "Hochschulraumstrukturfonds" fällt weg. Wie bisher soll der Minister zwei Prozent des Geldes, einen Teil davon als "Notfall-Reserve" einbehalten.

Kosten

Damit das neue Finanzierungsmodell nicht einzelne Unis in "existenzielle wirtschaftliche Schwierigkeiten" bringt, ist eine stufenweise Umstellung über die Dauer von drei Leistungsvereinbarungs-Perioden vorgesehen. In der ersten Umsetzungsphase sollen jährlich mindestens 330 Mio. Euro zusätzlich benötigt werden, in der zweiten rund 680 Mio. Euro pro Jahr und im Vollausbau 1,2 Mrd. Euro zusätzlich pro Jahr.

Fächergruppen

Je nach Ausstattungsbedarf wurden die Kosten der Studienplätze nach sieben Fächergruppen unterschieden: Gruppe eins umfasst die "billigen" Buchwissenschaften wie Rechts- oder Geisteswissenschaften. In der ersten Umsetzungsphase soll hier ein Platz 3.800 Euro kosten, in Phase zwei 4.800 Euro, im Vollausbau 6.300 Euro. In Gruppe zwei fallen weniger laborintensive Studien aus Naturwissenschaften, Technik oder Fremdsprachen (5.700 - 7.100 - 8.800 Euro), in Gruppe drei vergleichsweise aufwendige Fächer aus Naturwissenschaften, Technik oder etwa Pharmazie (7.600 - 9.100 - 11.400 Euro). In Gruppe vier fallen Human- und Zahnmedizin (23.000 - 23.500 - 24.000 Euro), am meisten Geld gib es für die Veterinärmedizin in Gruppe fünf (28.500 - 29.000 - 29.500 Euro; Kosten des Tierspitals anteilig enthalten). In Gruppe sechs fallen Studienplätze der bildenden und gestaltenden Künste (17.000 - 17.500 - 18.500 Euro), in Fächergruppe sieben jene aus darstellender Kunst und Musik (27.000 - 27.500 - 28.500 Euro).

Zahl der Studienplätze

Kriterium für die Berechnung ist die Zahl der prüfungsaktiven Studierenden eines Fachs, also jener, die eine Studienleistung im Ausmaß von mindestens 16 ECTS nachweisen können. Künftig soll laut Papier in den einzelnen Fächergruppen die erwünschte Zahl an Studienplätzen fixiert werden, wobei hier auch Bandbreiten von Minimal- bis Maximalzahlen vorstellbar sind. Das Konzept sieht vor, dass den Unis Zugangsregelungen ermöglicht werden, wenn die Studentenzahl die der Studienplätze "in einem unvertretbaren Ausmaß übersteigt" oder "zu übersteigen droht". Wer keinen Platz im Wunschstudium erhält, soll nach Möglichkeit einen in einem ähnlichen Fachgebiet vorfinden.

Betreuungsrelation

Diese soll das entscheidende Qualitätskriterium bei der Studienplatzfinanzierung sein. Deshalb wurden die Kosten der Studienplätze auf Basis von Fächern erstellt, in denen es schon jetzt ein zufriedenstellendes Betreuungsverhältnis gibt. Als Richtwerte wurden jene Richtwerte herangezogen, die auch in der Schweiz und Deutschland angestrebt werden: So sollte in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein Professor oder Dozent (gerechnet als Vollzeitäquivalent) auf 40 Studenten kommen, dieselbe Betreuungsrelation wird für Wirtschaftswissenschaften und Recht angestrebt. In Medizin soll das Verhältnis im Idealfall eins zu 20 betragen, in den exakten- und den Naturwissenschaften eins zu 25 und in den Technischen Wissenschaften eins zu 35.

Unterkapazitäten

In den Buchwissenschaften und in Fächergruppe zwei zeigen sich "erhebliche Unterkapazitäten", wenn man die tatsächlichen Studentenzahlen mit jenen vergleicht, die es beim angestrebten Betreuungsverhältnis gäbe. Am deutlichsten betroffen sind Recht, Wirtschaft und Sozialwissenschaften. "Insgesamt müssten in diesen Fächern mehr als doppelt so viele Studienplätze geschaffen werden, um international übliche Betreuungsverhältnisse gewährleisten zu können". In der Fächergruppe zwei zeigt sich dieses Problem in Fächern wie Erziehungswissenschaft, Fremdsprachen und Architektur. In Fächergruppe drei müssten in Biologie und Pharmazie die Betreuungsverhältnisse verbessert werden, Platz für mehr Studenten gäbe es in Chemie und Physik. In den übrigen Fächergruppen weicht die Betreuungsrelation nur vergleichsweise wenig vom Ideal ab.

 

 

Letzte Bearbeitung: 17.03.2016, 12:19 / a.scholz

Studienplatzfinanzierung im UG 2002

Studienplatzfinanzierung

Am 27. Februar 2013 erfolgte in Nationalrat eine mehrheitliche Beschlussfassung der Novelle zum Universitätsgesetz, die Finanzierung der Universitäten auf das Modell der Studienplatzfinanzierung umzustellen. Nach einer Pilotphase soll die so genannte "kapazitätsorientierte, studierendenbezogene Universitätsfinanzierung" ab 2016 teilweise und nach 2019 komplett implementiert werden.

Dies erfordert einen neuerlichen parlamentarischen Beschluss bis spätestens 31. März 2014.

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