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Newsletter 5/2022

21.07.2022

SCHWERPUNKT NACHHALTIGKEIT

Foto Eichlseder
Foto Eichlseder

KOMMENTAR

Ist umweltverträgliches Wachstum möglich?

Die Entwicklung der Menschheit ist und war schon immer untrennbar mit dem Bedarf an Rohstoffen verbunden. So wurden sogar ganze Epochen der Entwicklungsgeschichte nach den aus Rohstoffen gefertigten Werkzeugen benannt – man denke beispielsweise an die Steinzeit, die Bronze- oder die Eisenzeit. In den letzten Jahrzehnten konnte man beobachten, dass der Verbrauch an Rohstoffen proportional zur Entwicklung des BIP, das wiederum unseren materiellen Wohlstand ausdrückt, verläuft. Wie abhängig auch unsere Volkswirtschaften von der Verfügbarkeit entsprechender Rohstoffressourcen sind, zeigt sich immer wieder an der Volatilität der großen Rohstoffbörsen – vor allem auch in Hinblick auf die derzeit herrschende geopolitische Situation, die uns trotz einer bereits dramatisch veränderten Klimasituation dazu zwingt, den Einsatz fossiler Energieträger zu erhöhen anstatt zu minimieren.

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung nach UN-Schätzungen nochmals um 2,3 Milliarden Menschen auf dann 9,5 Milliarden zunehmen – der weitaus größte Teil dieses Wachstums wird in Schwellenländern und Ländern des Globalen Südens stattfinden. Wie lässt sich dies gewährleisten, ohne die Ressourcen der Welt über Gebühr zu beanspruchen? Fast immer gingen bislang Bevölkerungswachstum und steigender Wohlstand mit einer Zunahme des Energie- und Ressourcenverbrauchs einher. Die große Herausforderung dabei wird die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch sein. Doch nach dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks übersteigt der Verbrauch der Menschen die Tragfähigkeit der Erde bereits heute um mehr als 20 Prozent. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) warnt daher davor, dass die Menschheit bis 2050 mit einem prognostizierten jährlichen Verbrauch von 140 Milliarden Tonnen Mineralien, Erze, fossile Brennstoffe und Biomasse mehr als dreimal so viel wie derzeit verbrauchen wird, wenn das Wirtschaftswachstum weiterhin im selben Ausmaß wie bisher den Ressourcenverbrauch bestimmt. Künftig liegt die Herausforderung darin, Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch in der derzeitigen Dynamik zu entkoppeln.

Auch Trinkwasser gilt als knappe Ressource. So wird sich nach einer Analyse des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) allein der Wasserverbrauch Chinas bis 2030 verdoppeln und die Grundwasservorräte im Norden Chinas in 27 Jahren bereits erschöpft sein.
Obwohl also der weltweite Verbrauch von Ressourcen weiterhin wächst, gibt es erste Anzeichen einer relativen Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das bedeutet nach einer Definition der Europäischen Kommission, dass die Wirtschaft rascher wächst als der Rohmaterialverbrauch. Bleibt dieser dagegen stabil oder nimmt er bei expandierender Wirtschaft sogar ab, spricht man von einer absoluten Entkopplung.

Grundsätzlich gibt es allerdings kein Patentrezept für die Umsetzung von Strategien für umweltverträgliches Wachstum. An erster Stelle steht hierbei sicherlich eine Wirtschaftspolitik, die ein solches Wachstum ermöglicht. Als Beispiel sei wieder China genannt, dass sich das Ziel gesetzt hat, den Energieverbrauch um 16 Prozent und den CO2-Ausstoß um 17 Prozent pro Einheit des BIP zu senken. Erreicht werden soll dies vor allem durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien.

Die Montanuniversität hat all diese Aufgabenstellungen aufgegriffen und durch die Weiterentwicklung der angestammten Forschungs- und Studienrichtungen einmal mehr wichtige und zukunftsweisende Akzente gesetzt. Denn die großen Herausforderungen unserer heutigen Zeit erfordern in den Bereichen Ressourcen, Klima, Energie und Umwelt nicht nur die Anpassung des gesellschaftlichen Verhaltens, sondern auch die Ausrichtung einer Universität.

Zu diesem Zweck präsentierte die Montanuniversität Leoben im Zuge der Kampagne „Gemacht für die Zukunft“ neue Lehrpläne und Studienrichtungen für ein besseres Morgen. Das Wesen der gesamten Universität ist auf fünf Kernwerte ausgerichtet: Energieeffizienz, Klimaneutralität, Nachhaltigkeit, Zero Waste und Kreislaufdesign. Diese Kernwerte spiegeln sich in der Ausbildung der Studierenden in allen Bachelor- und Masterstudien wider, und sind die Grundlage für die neu geschaffenen Kompetenzbereiche Advanced Resources, Smart Materials und Sustainable Processing. Außerdem wurden zwei neue Bachelorstudien in den Lehrplan mitaufgenommen: Responsible Consumption and Production und Circular Engineering. Wir legen den Studierenden damit das passende Rüstzeug in die Hände, um an diesen innovativen und smarten Lösungen für ein besseres Morgen zu arbeiten und sie so auf ihre zukünftige Schlüsselrolle zur Verbesserung unserer Umwelt vorzubereiten.

Wilfried Eichlseder
Rektor der Montanuniversität Leoben

"Schaffen wir es nicht, den Klimawandel zu verlangsamen und uns an die Veränderungen anzupassen, werden soziale Spannungen, Hunger, Verteilungskämpfe und Migration zunehmen" – mit diesen eindringlichen Worten wandte sich Martin Gerzabek vom Institut für Bodenforschung an der BOKU am 21. Juni im Rahmen eines Impulsreferats (siehe nachfolgender Text) an die Mitglieder des uniko-Fördervereins.

Wir sind Studierende, der Gruppe Students for Future, die das Studieren lieben aber gleichzeitig auch von den multiplen Krisen, allen voran der Klimakrise, erschlagen sind. Wir wollen eine Universität erleben, die widerspiegelt welchen gesellschaftlichen Herausforderungen wir gerade gegenüberstehen. Wir teilen den Wunsch der uniko nach einem “radikalen Umdenken in der Energie- und Wachstumspolitik” (siehe Details) . Gleichzeitig sehen wir aber auch die Verantwortung der Universität, dieses Umdenken selbst zu verankern.

NEWS

uniko-Jahresbericht 2021

Das Jahr 2021 war von zahlreichen wegweisenden Entscheidungen und Entwicklungen für die Zukunft der Hochschulen geprägt – von den Leistungsvereinbarungsverhandlungen für die Jahre 2022 bis 2024 über die Entscheidung zur Gründung einer neuen TU für Digitalisierung in Oberösterreich bis zur Exzellenzinitiative, die auf den Weg gebracht wurde, oder die von der uniko ins Leben gerufene Plattform Open Science Austria. Diese finden im uniko-Jahresbericht ebenso Beachtung wie Herausforderungen im Bereich Lehre und Digitalisierung, Kampagnen zur Popularisierung von Wissenschaft, richtungsgebende Entwicklungen im europäischen Hochschulraum sowie die Vorreiterrolle der Universitäten in den Bereichen Diversität und Klimaschutz.

Neu ist in diesem Jahr – neben dem visuellen Design – auch ein dreiteiliger Jahresrückblick in Wort, Zahl und Bild, der die thematische Vielfalt, Innovationskraft und Kreativität der österreichischen Universitäten widerspiegelt.

Wissenschaftsjournalismus als Qualitätskriterium bei Medienförderung

Wissenschaftsjournalist:innen wurden in den Verhandlungen zu einer neuen Presseförderung bisher nicht explizit berücksichtigt. Dabei wäre eine Pro-Kopf-Förderung der Anstellung von Wissenschaftsjournalist:innen in Medien für die geplante Qualitätsförderung äußerst zweckdienlich. Die uniko unterstützt daher zusammen mit anderen Wissenschaftsinstitutionen die Forderung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten nach einer Neuregelung der Medienförderung.

SAVE OUR SPECTRUM

Die uniko hat sich zudem an einem gemeinsamen, europaweiten Appell von 57 Verbänden an die Europische Union beteiligt. Der Call to Europe fordert, dass das UHF-Spektrum für Rundfunk und Kultur sowie drahtlose Produktionstechnik, das auch für die Universitäten von großer Bedeutung ist, über 2030 hinaus zu erhalten.

Initiative MORE als Best Practice-Beispiel

Die Europäische Kommission hat auf der European Website on Integration die uniko-Initiative MORE unter der Rubrik 'Best Practices' als erfolgreiches Projekt aus dem Bereich Migration und Integration vorgestellt: "Austrian universities experience MORE students as an enrichment: as people whose potential in a narrow sense is further developed to benefit the universities as well as the Austrian economy in general."

ZITAT DES MONATS

"Wenn zwei Personen, die von Universität und Forschung so wenig Tau haben wie Sebastian Kurz und Landeshauptmann Thomas Stelzer, gemeinsam eine vermeintlich geniale Idee ohne internationales Vorbild haben, kann ich mir das nur mit einer Marienerscheinung erklären. Sonst wäre man sich nicht so sicher."

Oliver Vitouch, uniko-Vizepräsident und Rektor der Universität Klagenfurt, zur neuen technischen Universität in Linz mit dem Namen Institute of Digital Sciences Austria im KLEINE ZEITUNG-Interview.

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