uniko will Lateinpflicht für die Lehramtsstudien, Medizin und Jus abschaffen
Hütter: „Ist auch als Erleichterung für die Studierenden gedacht“/Keine Geringschätzung von Latein, aber Universitäten "sensitiv gegenüber neuen Entwicklungen"
Mit Oktober sind neue Studienpläne für das Lehramtsstudium Sekundarstufe Allgemeinbildung an den Universitäten und in den Verbünden mit den Pädagogischen Hochschulen in Kraft getreten. Das von vier auf drei Jahre verkürzte Bachelorstudium umfasst neuerdings 180 ECTS (zuvor 240 ECTS), das zweijährige Masterstudium 120 ECTS.
Neben der kürzeren Studiendauer bedeuten die neuen Curricula weitere Änderungen wie einen stärkeren Praxisanteil oder die Vermittlung von Grundlagen in Deutsch als Zweitsprache sowie inklusive Pädagogik für alle Lehramtsstudierenden.
„Mehr Unterrichtspraxis und neue Aufgaben im Curriculum bei gleichzeitig verkürztem Studium haben die uniko dazu bewogen, eine Erleichterung für die Studierenden zu befürworten“, sagt uniko-Präsidentin Brigitte Hütter. „Künftig soll Latein generell für Lehramtsstudien nicht mehr erforderlich sein – mit Ausnahme natürlich Latein als Lehramt.“
„Stoff auch ohne formale Lateinprüfung beherrschbar“
Derzeit ist Latein für einen Großteil des lebenden Fremdsprachenunterrichts, für Religionsunterricht (evangelisch und katholisch) sowie für Geschichte und politische Bildung vorgeschrieben. Latein ist zwar keine Zulassungsvoraussetzung, jedoch sind Lateinkenntnisse vor dem Ablegen der 1. Diplomprüfung bzw. vor Abschluss des Bachelorstudiums nachzuweisen. Dies soll gemäß Vorschlag der uniko nun fallen. „Immer mehr Studierende erbringen ihre Lateinkenntnis als eine der letzten Prüfungen vor dem Abschluss, was den Schluss zulässt, dass der Stoff auch ohne formale Lateinprüfung beherrschbar ist“, sagt Hütter.
Bei Deutsch, Anglistik, Romanistik und Slawistik als Diplomstudium sollen Lateinkenntnisse weiterhin mittels Schulzeugnisses oder Zusatzprüfung nachgewiesen werden müssen.
Fallen soll Latein hingegen bei Human-, Zahn- und Veterinärmedizin, bei Pharmakologie und Rechtswissenschaften.
„Latein soll Bildungsbestandteil bleiben“
Der Beschluss der uniko-Plenarversammlung wird dem für die Universitätsberechtigungsverordnung (UBVO) zuständigen Bildungsminister übermittelt. „Die Universitäten beweisen mit diesem weitreichenden Vorschlag, dass sie sensitiv auf neue Entwicklungen reagieren und flexibel sind“, sagt Hütter.
Die uniko betont, dass sie weder den kulturellen Wert von Latein geringschätzt noch verkennt, wie sehr der Lateinunterricht die Analysefähigkeit stärkt. Latein solle vor dem Hintergrund eines umfassenden Kulturverständnisses jedenfalls Bildungsbestandteil bleiben.
Zentrale Rolle der Universitäten bei Lehrer:innenausbildung muss bleiben
An die Adresse des Bildungsministers sendet die uniko auch die Botschaft, dass die Universitäten in der Lehrer:innenausbildung weiterhin eine zentrale Rolle spielen müssen, „das steht für die uniko außer Frage“, sagt Hütter im Kontext laufender Gespräche über die neuen Schools of Education. Die Universitäten stellen aktuell 70 bis 90 Prozent der Lehre für die Sekundarstufe Allgemeinbildung zur Verfügung. „Das genuine, universitäre Angebot der forschungsgeleiteten Lehre garantiert, dass die Studierenden sowohl in der Aus- als auch in der Fortbildung Fachinhalte auf aktuellem Stand vermittelt bekommen. Darüber hinaus sind die unabhängigen Universitäten der ideale Ort dafür, angehende Lehrpersonen zu kritischem Denken und Reflexion anzuleiten, damit sie diese Fähigkeit an die Schülerinnen und Schüler weitergeben können. Den Universitäten kommt hier eine demokratiepolitisch entscheidende Rolle zu“, sagt Hütter. Die uniko verweist erneut auf ihren Vorschlag, die von der Regierung geplanten Schools of Education als eigene Einheiten unter dem Dach der Universitäten anzusiedeln.
Universitätenkonferenz unterstützt die Proteste der Studierenden
uniko-Präsidentin Brigitte Hütter: „Kündigungen sind bei Budgeteinschnitten unvermeidbar. Das würde Forschung und Lehre um Jahrzehnte zurückwerfen“
Die uniko ist bei der Protestaktion heute, 13. Oktober, auf der Wiener Ringstraße keine offizielle Mitveranstalterin. Dennoch erklären die Rektorinnen und Rektoren ihre Unterstützung für die Proteste der Studierenden. „Die Signale aus dem Umfeld der Regierung sind einfach zu alarmierend, als dass wir stillhalten und mögliche Regierungsbeschlüsse am kommenden Wochenende einfach abwarten könnten“, sagt uniko-Präsidentin Brigitte Hütter. „Wir hatten am Montag eine Plenarversammlung der Rektorinnen und Rektoren, und es herrscht bei allen der Eindruck, dass den politisch Verantwortlichen die dramatischen Folgen eines budgetären Einschnitts bei den Universitäten nicht ausreichend bewusst sind.“
Die Universitäten warnen die Regierung vor massiven Auswirkungen auf das Personal.
Uni-Budget - "Besorgte" Universitätenkonferenz will Klarheit
uniko-Präsidentin Brigitte Hütter zeigt sich in einer Aussendung "sehr besorgt über die Nonchalance bis hin zur Fahrlässigkeit, mit der die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Landes und die Ausbildung der nächsten Generationen behandelt werden".
Die Universitätenkonferenz (uniko) fordert die Regierung auf, "ihre Verantwortung für die Universitäten wahrzunehmen". Bis 31. Oktober muss das Budget der Unis für 2028 bis 2030 feststehen, zuletzt waren Kürzungen im Gespräch. Uniko-Präsidentin Brigitte Hütter zeigte sich in einer Aussendung "sehr besorgt über die Nonchalance bis hin zur Fahrlässigkeit, mit der die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Landes und die Ausbildung der nächsten Generationen behandelt werden". Nach Bekanntwerden der ersten Budgetpläne im Frühjahr gab es Proteste von Studierenden, Lehrenden und Rektoraten. Anschließend vertagte die Regierung die eigentlich für die Budgetrede geplante Entscheidung über das Uni-Budget in den Herbst - Ende Oktober läuft die gesetzliche Frist dafür aus. Gleichzeitig kündigte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) eine Regierungsklausur davor an und wollte um ein "moderates Plus" kämpfen. Die Klausur hat bisher nicht stattgefunden, im Kanzleramt wollte man davon zuletzt nichts wissen und stellte nur "Sitzungsformate im kleinen Kreis mit den Parteispitzen" in Aussicht, bei denen die Unis sicher auch einmal dabei wären.
Universitäten legen Reformpläne vor: „Reformen notwendig, aber kein Ersatz für eine ausreichende Uni-Finanzierung“
uniko-Präsidentin Brigitte Hütter: Investitionen in Österreichs existenzielle Basis kommen letztlich auch dem Staatshaushalt zugute
OTS 4. September 2026
Im Herbst 2026 steht die Entscheidung über die Finanzierung der Universitäten an, bis 31. Oktober ist Zeit, den finanziellen Rahmen für die Leistungsvereinbarungen 2028 - 2030 festzulegen. „Die finanzielle Ausstattung der Universitäten ist von fundamentaler Bedeutung. Es geht um die Schubkraft, mit der Österreich in die Zukunft startet“, sagt uniko-Präsidentin Brigitte Hütter. „Ein falsch platzierter Sparkurs würde die Ausbildungschancen der jungen Generation aufs Spiel setzen, den Wirtschafts- und Innovationsstandort beschädigen und die wissenschaftliche Problemlösungskapazität bei drängenden Fragen wie dem Klimawandel und dem Einsatz künstlicher Intelligenz unterlaufen.“
Signale der Entspannung, aber weiterer Protest nicht vom Tisch
Nach den drastischen Kürzungsankündigungen im Frühjahr und der beeindruckenden Unterstützung aus der Zivilbevölkerung für den Protest der Universitäten hat es seitens der Politik zuletzt Entspannungssignale gegeben. Hütter appelliert an die Entscheidungsträger:innen, zu bedenken, dass der Einsatz von Steuergeld für die Universitäten keine verpuffende Konsumausgabe ist, sondern eine Investition in die existenzielle Basis Österreichs - was letztlich auch dem Staatshaushalt zugutekommt.
Holzleitner empfing uniko-Spitze zum Austausch
Arbeit an einem gemeinsamen Beitrag zur Regierungsklausur im Herbst / Budgetentscheidung fristgerecht vor 31. Oktober
OTS 25. Juni 2026
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner empfing uniko-Präsidentin Brigitte Hütter, uniko-Vizepräsident Markus Müller und den Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze, zu einem Austausch.
Im Rahmen des Gesprächs betonte die Ministerin, wie wichtig es sei, gemeinsam an den zentralen Themen des Universitätsstandorts zu arbeiten.
"Wir nehmen es nicht hin": Rede von uniko-Präsidentin Brigitte Hütter auf der Großdemo gegen Sparpläne
Durch die Verschiebung der LV-Verhandlungen in den Herbst ist die Gefahr eines Rückbaus der Universitäten noch nicht gebannt
27. Mai 2026
Deutlich mehr als 20.000 Menschen sind am Mittwoch dem Aufruf der ÖH und der uniko gefolgt und haben gegen die Regierungspläne zur Kürzung der Universitätenfinanzierung demonstriert. uniko-Präsidentin Brigitte Hütter sprach - unter viel Applaus- auf der Demo-Bühne am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt.
"Österreich ist für die heimischen Universitäten kein sicherer Hafen mehr"
Bundesregierung will Unifinanzierung unverhältnismäßig kürzen/uniko informiert über die Auswirkungen
Aufzeichnung der Pressekonferenz unter https://www.youtube.com/live/_nitF6sldX8?si=0Ltlt7a-aBUOk-SO
OTS 20. Mai 2026
Die Bundesregierung hat die Universitätenkonferenz informiert, dass sie eine Kürzung der Universitätsbudgets plant. Die Kürzung soll in einer bisher beispiellosen Form erfolgen, nämlich nicht nur durch ein Einfrieren des derzeitigen Budgets und eine Nicht-Abgeltung von Kostensteigerungen. Es soll eine volle Milliarde vom derzeitigen Budget gekürzt werden.
Die Ausgangslage der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode 2025 - 2027 sind 16,5 Milliarden inklusive Ärzt:innengehälter an den Universitätskliniken. Die Universitäten hatten moderat auf Basis der WIFO-Prognosen errechnet, dass es in der kommenden LV 2028-2030 einen Bedarf von 18 Milliarden gibt, nur um Kostensteigerungen abzufangen. Die Universitäten hatten auf Rücksicht auf die ernste Lage des Bundeshaushalts auf Offensivforderungen verzichtet.
Die Antwort der Bundesregierung ist, die Universitätenfinanzierung auf 15,5 Milliarden zu kürzen. Das bedeutet ein Minus von sechs Prozent gegenüber der Ausgangsbasis und ein Minus von 2,5 Milliarden oder 13,9 Prozent gegenüber dem tatsächlichen Finanzierungsbedarf.
uniko zu Budgetverhandlungen: Universitäten sind Innovationslabors und Systempartner
uniko-Präsidentin Brigitte Hütter appelliert an die Verhandlungsteams, die zentrale Rolle der Universitäten für die gesellschaftliche Entwicklung im Blick zu behalten.
OTS 3. Mai 2026
Die Universitätenkonferenz (uniko) nimmt die laufenden Budgetverhandlungen zum Anlass und erinnert daran, dass die Universitäten von einem Bedarf von 18 Mrd. Euro für die dreijährige Leistungsvereinbarungsperiode 2028–2030 ausgehen. „Dies ist mit Blick auf die unsichere Inflationsprognose eine sehr moderate Schätzung“, betont uniko-Präsidentin Brigitte Hütter und appelliert an die Verhandlungsteams, die zentrale Rolle der Universitäten für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und demokratische Entwicklung Österreichs im Blick zu behalten.
uniko zu FORWIT-Analyse: Wichtige Themen aufgegriffen, aber auch blinde Flecken im Bericht
Bessere Studierbarkeit und höhere Studienverbindlichkeit "können wir mittragen", sagt uniko-Präsidentin Brigitte Hütter
OTS 23. April 2026
Der FORWIT bringt einige wichtige Themen in die Debatte zur Hochschulstrategie 2040 ein, was die Universitätenkonferenz sehr begrüßt. uniko-Präsidentin Brigitte Hütter: „Wir müssen jedoch auch blinde Flecken in der FORWIT-Analyse konstatieren, und manche Schlussfolgerungen scheinen schwer nachvollziehbar und widersprüchlich.“
Bessere Studierbarkeit und höhere Studienverbindlichkeit, wie sie der FORWIT anspricht, sind auch aus uniko-Sicht drängende Themen. Die uniko hat dazu mehrfach die Einführung eines Grundstipendiums mit Leistungskomponente angeregt. „Ein faires Modell der Studienfinanzierung, das es allen Studierenden ermöglicht, ein Grundstudium ohne verzögernde Erwerbstätigkeit zu absolvieren, Hand in Hand mit einem Rechtsrahmen für eine höhere Studienverbindlichkeit können wir mittragen“, sagt Hütter.
Erfreulich ist auch, dass der FORWIT auf Schnittstellen zu anderen Politikfeldern aufmerksam macht.
Schools of Education an den Universitäten: Für uniko-Präsidentin Brigitte Hütter „ein innovatives Modell, das auch umsetzbar ist“
Integration der Pädagog:innenbildung in die Universitäten verspricht schlankere Strukturen bei gleichzeitig steigender Qualität
OTS 19. Februar 2026
Die Universitätenkonferenz hat in ihrem im Juni 2024 beschlossenen Programm „Universitäten 2030: Was zu tun ist“ vorgeschlagen, die Pädagog:innenbildung schrittweise in die Universitäten zu integrieren. Als ein Ziel ist darin die „deutliche Reduktion der Hochschuleinrichtungen“ angegeben.
Vor einigen Wochen hat das Wissenschaftsministerium im Prozess für die Hochschulstrategie 2040 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich „der großen Zahl und Vielfalt an Hochschuleinrichtungen“ widmen soll. Unter anderem soll die Frage geklärt werden, ob „große Einrichtungen bzw. Fusionierungen zweckmäßiger sind“.
Nun hat die Universitätenkonferenz den nächsten Schritt getan und ein konkretes Modell für die Integration der Pädagog:innenbildung in die Universitäten erarbeitet.
„Verzögerung unverständlich“: Universitäten fordern raschen Abschluss des FTI-Pakts
uniko-Präsidentin Hütter: „Universitäten haben beim Sparen geholfen, nun muss die Regierung liefern“
OTS 9. Jänner 2026
Mit Befremden regieren die Universitäten auf das Ausbleiben des FTI-Pakts. „Wir Universitäten sind in Vorleistung getreten und haben dem Wissenschaftsministerium geholfen, seinen Teil zur Finanzierung des FTI-Pakts beizutragen. Und das war nicht einfach“, sagt uniko-Präsidentin Brigitte Hütter. „Wir erwarten, dass nun auch die anderen beteiligten Ressorts, das Wirtschafts- und das Infrastrukturministerium, ihre Aufgabe erfüllen und die Regierung Ergebnisse liefert.“ Die Forschungsfinanzierung benötige Planungssicherheit und sei ein wesentliches Investment in die Zukunft des Landes, gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Die Universitäten haben 121 Millionen aus ihren Budgets und weitere 25 Millionen aus einer Mietbremse beigesteuert.