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NEWSLETTER 8/19

20.12.2019

KOMMENTAR

Ein Festakt im Zeichen der Aufklärung

Universität Klagenfurt feiert 2020 ihr 50-Jahr-Jubiläum

Anno 2020 feiert die Universität Klagenfurt ihr 50-Jahr-Jubiläum. Am 21. Jänner 2020 findet der Eröffnungs-Festakt statt: Es ist der Gründungstag, angelegt im „Bundesgesetz vom 21. Jänner 1970 über die Gründung der Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt“, und er wird künftig unser dies academicus sein.

Wir feiern mit dem Eröffnungsvortrag der Reihe Utopia! – in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – zur Frage des Utopie-Vermögens der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Es folgt die Eröffnung des Christian-Doppler-Labors ATHENA zur Optimierung Adaptiver Streaming-Technologien und die Verleihung eines Ehrendoktorats an die Cambridge-Philosophin Rae Langton, die zum Briefwechsel zwischen Immanuel Kant und der jungen Klagenfurterin Maria von Herbert gearbeitet hat. Der Festakt steht also ganz im Zeichen der Aufklärung, des Enlightenment und des „sapere aude“: In Zeiten, in denen die Wissenschaftsfreiheit von Ungarn bis in die USA und von den Identitären bis zur Idee der Safe Spaces wieder in Frage steht, das passende Signal.

Universitätsrankings. Die heutige Universität Klagenfurt hat sich in diesen 50 Jahren vielfach gewandelt und stark gemausert. Im Jahr 2020 wird Klagenfurt in den drei großen globalen Universitätsrankings geführt: ARWU (Shanghai), QS und THE. Das ist umso bemerkenswerter, als wir zwar über „MIT-Fächer“ – Mathematik, Informatik, Technologie –, aber nicht über die klassischen Naturwissenschaften, das „N“ in MINT, verfügen. In den Times Higher Education World University Rankings (THE), die das Fächerspektrum mit berücksichtigen, können wir 2020 einen nationalen Spitzenplatz aufweisen; im Spartenranking Social Sciences liegen wir unter den besten 200, in der Computer Science unter den besten 250 Universitäten der Welt. Die 50jährige Universität Klagenfurt ist nun eine „Universität in den besten Jahren“, und sie ist definitiv erwachsen geworden.

Eigentlich ist die Universität Klagenfurt ja wesentlich jünger – unter diesem Titel existiert sie seit 1993 – und zugleich wesentlich älter. Anno 1552 wurde in Klagenfurt das protestantische Collegium sapientiae et pietatis gegründet, eine Einrichtung der Landstände mit durchaus universitärem Anspruch. Bald besiedelte es die später so genannte „Alte Burg“, heute Stätte des Museums Moderner Kunst Kärnten (MMKK). Rektor wurde 1593 der aus Stuttgart stammende Polyhistor Hieronymus Megiser, der zuvor in Tübingen, Ljubljana, Padua und Graz und danach in Frankfurt am Main, Gera, Leipzig und Linz tätig war. Die Gegenreformation stoppte diesen frühen Vorläufer: 1604 wurde die „Hohe Schule“ in ein Jesuitenkolleg verwandelt, das sich gut, aber nicht zur Universität entwickelte.

Southern Dragon. Die „virtuelle Geschichte“ (Niall Ferguson) der zweitältesten Universität Österreichs in Klagenfurt, 33 Jahre vor Graz, ist interessant, aber somit fiktiv. Geschichte ist eine starke Determinante der Gegenwart – ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell. Aber die Universität Klagenfurt versteht sich quasi als „Tigerstaat“, oder als Southern Dragon, und denkt die Geschichte neu.

Uralter Traditionen eingedenk hingegen kann ich annuntio vobis gaudium magnum sagen: Wir haben, zum dritten Male, eine Präsidentin! In der bald 109jährigen Geschichte der Österreichischen Universitätenkonferenz wurde nach Sonja Hammerschmid und Eva Blimlinger, die beide spontan in die Bundespolitik wechselten, jüngst Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien, zur Präsidentin ab Jänner 2020 gewählt. Wenn das so weitergeht, und wenn es so etwas wie historische Geschlechterparität gibt, dann können wir im Jahr 2123 den break-even feiern. In intimer Kenntnis des hohen Amtes wünsche ich der neuen Präsidentin einen wachen und aufklärerischen Geist, eine ruhige Hand, viel Energie und bonne fortune, und gelobe zugleich, ihr als Vizepräsident stets hilfreich zur Seite zu stehen: Ad multos annos audacissimos!

Zum Jahreswechsel. Allen geneigten Leserinnen und Lesern wiederum darf ich schlicht ein gutes und glückliches Jahr 2020 wünschen: Bleiben Sie uns gewogen. Wir danken es Ihnen mit Geschichte und Zukunft, in Zeiten digitalen, gesellschaftlichen und ökologischen Wandels. Die Zukunft ist ein spannender Ort; wir sind dazu da, ihn zu erkunden – und tatkräftig besser zu machen. Dazu gehört der Pioniergeist ebenso wie das Geschichtsbewusstsein und die Kenntnis des Allzumenschlichen. Brechen wir auf.

Rektor Oliver VITOUCH

Geschäftsführender Präsident der Universitätenkonferenz

INLAND

Die Rektorin der Technischen Universität Wien, Sabine Seidler (58), wurde am 9. Dezember im Rahmen der 77. ordentlichen Plenarversammlung der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) an der Wirtschaftsuniversität Wien zur Präsidentin der uniko gewählt. Anlässlich der turnusmäßigen Neuwahl des Präsidiums bewarb sich Rektorin Seidler als einzige Kandidatin für die Nachfolge von Präsident Oliver Vitouch, Rektor der Universität Klagenfurt, der seit Juli 2019 die Geschäfte führt und für eine weitere Amtszeit als Präsident nicht zur Verfügung stand. Die zweijährige Funktionsperiode der Präsidentin bzw. des teils neu besetzten Präsidiums beginnt am 1. Jänner 2020.

Sicherung des Budgetpfades für die Universitätsfinanzierung, Stärkung der Grundlagenforschung, Nachdenken über die mittel- und längerfristige Zukunft der Universitäten samt Anforderungen an ihre Angehörigen sowie mehr Augenmerk auf Nachhaltigkeit an Universitäten: Diese Kernthemen präsentierte Sabine Seidler, Rektorin der Technischen Universität (TU) Wien, am 10. Dezember, dem Tag nach ihrer Wahl als künftige Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko) im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien (APA-Foto: Helmut Fohringer). Bei dieser Gelegenheit nahm Seidler den „Tag der Menschenrechte“ zum Anlass für eine Klarstellung angesichts jüngster Störaktionen auf akademischem Boden und erklärte: „Universitäten sind Orte der freien Meinungsäußerung – ich halte das für ein wertvolles Gut.“

„Ausreichend finanzierte Universitäten schaffen Rahmenbedingungen für herausragende Leistungen, aus freier wissenschaftlicher oder künstlerischer Tätigkeit heraus.“ So lautet die erste einer Reihe von Empfehlungen zur Strategie für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) in Österreich, mit denen die uniko in ihrem jüngsten Positionspapier zu jenen Themenbereichen Stellung nimmt, die vom Bundeskanzleramt in fünf FTI-Arbeitsgruppen eingerichtet wurden. Diese wurden ergänzt durch den Bereich „kompetitive Grundlagenforschung und Exzellenzförderung“, der aus Sicht der uniko zusätzlicher Gewichtung bedarf. Sie sollen der nächsten Bundesregierung konkrete Handlungsmöglichkeiten darlegen und eine Entscheidungsgrundlage für künftige Reformen bieten.

EUROPÄISCHER HOCHSCHULRAUM

Eine „spannende neue Phase“ in der Geschichte der European University Association (EUA) kündigt diese mit Jahresbeginn an. Nach dem Amtsantritt von Michael Murphy als neuem EUA-Präsidenten im Juli 2019 wird ab Jänner 2020 die EUA mit Amanda Crowfoot als Nachfolgerin der langjährigen EUA-Generalsekretärin Lesley Wilson mit ihren Mitgliedern einen kritischen Rückblick erarbeiten, dessen Ergebnisse in die Entwicklung einer strategischen Vision für die Jahre 2020 bis 2025 münden werden. Seitens der uniko begrüßt Generalsekretärin Elisabeth Fiorioli das Vorhaben: „Das ist jetzt die Chance, die EUA neu auszurichten und die dort vorhandenen Kompetenzen so zu nutzen, dass ihre Mitglieder von diesem Netzwerk noch stärker profitieren können.

PERSONALIA

Mit 1. Dezember dieses Jahres hat Stephanie Zwießler (38), M.A., die Position der wissenschaftlichen Mitarbeiterin für den Bereich Internationales im Generalsekretariat der uniko übernommen. Sie folgt damit MMag. Nadine Shovakar (38), die mit Jahresbeginn an die Universität Potsdam wechselt, wo sie die Europäische Hochschulallianz „European Digital UniverCity“ als Koordinatorin betreuen wird. Die gebürtige Deutsche Stephanie Zwießler hat ihr Studium der Interkulturellen Germanistik, Anglistik und Bildungswissenschaft an der Universität Bayreuth absolviert und in dieser Zeit auch vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) geförderte Semesteraufenthalte an der Shanghai International Studies University und dem Deutsch-Chinesischen Hochschulkolleg in Shanghai, China verbracht.

ZITAT DES MONATS

„Sie sollen es gut machen.“

Rektorin Sabine Seidler zum Ende ihrer Pressekonferenz am 10.12.2019, am Tag nach ihrer Wahl zur neuen Präsidentin der uniko, auf die Frage, welche Botschaft sie den Verhandlungsteams für eine allfällige türkisgrüne Bundesregierung mitgeben möchte.

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