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04.02.2021

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Jenseits von SARS-CoV: 2021 wird zur Rätselrallye

Wenn Konsolidierungsbudget, Sonderfinanzierung und FTI-Pakt aufeinanderprallen

Das Jahr 2021 hat begonnen, wie das Jahr 2020 endete: SARS-CoV bestimmt unser Denken und Handeln. Fast heimlich und für diese Bundesregierung vollkommen untypisch wurde uns jedoch ein „Weihnachtspaket“ unter den Christbaum gelegt. Von dem weder die Öffentlichkeit noch wir bisher wirklich Notiz genommen haben, das aber einen nicht unerheblichen Einfluss auf unser zukünftiges Arbeiten haben wird: Die „Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) 2030“ und der „FTI-Pakt 2021-23“.

Wir alle haben mehr oder weniger Freude an unseren „Basisbriefen“ zur Vorbereitung der Leistungsvereinbarungsverhandlungen, seitdem ich die FTI-Strategie gelesen habe, verstehe ich zwar einige Punkte aus dem Brief besser, meine Freude ist allerdings nicht gestiegen. Wir erleben gerade im Zusammenhang mit der kapazitätsorientierten Universitätsfinanzierung einen weiteren Paradigmenwechsel, der möglicherweise vorhersehbar war, aber in den vielen verschiedenen Arbeitsgruppen mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) nicht diskutiert wurde (wahrscheinlich wegen SARS-CoV).

Sonderfinanzierung. Wurden bisher in den Leistungsvereinbarungen strategische Projekte mit dem BMBWF vereinbart, für die man eine Sonderfinanzierung erhielt, ist jetzt angekündigt, dass die Sonderfinanzierung nur in Ausnahmefällen erfolgen wird, alle Projekte sind aus den Mitteln der Säule Lehre und Forschung zu bedecken. So unterschiedlich die Strategien von uns im Umgang mit dieser Aussage sein werden, die Vorhaben der kommenden Leistungsvereinbarungsperiode werden wohl tendenziell wenig innovativ sein, da die Mittel der Säulen ja für den laufenden Betrieb benötigt werden. So erleichtert wir über das Finanzpaket für die Universitäten im Herbst 2020 waren, es reicht eben doch nur für Konsolidierung. Wie nebenher die in den Basisbriefen formulierte lange Wunschliste umsetzbar sein soll, bleibt mir ein Rätsel.

Die Wunschliste aus den Basisbriefen bringt mich direkt zur FTI-Strategie und auch zum FTI-Pakt. Bereits in letzterem ist verankert, was Gegenstand in den Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten sein soll. Das bedeutet, für uns bekommt, neben dem Universitätsgesetz (UG), der FTI-Pakt und damit das Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG) eine Bedeutung, obwohl die Universitäten nicht Gegenstand Letztgenannter sind.

Ranking. Zwei österreichische Universitäten sollen (bis 2030) in die TOP 100 eines Rankings (vermutlich THE) kommen, so genau ist das nicht ersichtlich. Mit einem Konsolidierungsbudget und ohne entsprechende kompetitive Mittel? Ich weiß schon, dass Geld nicht alles ist, aber solange die Finanzierung pro Kopf nicht wettbewerbsfähig ist, haben wir nicht einmal eine theoretische Chance, außer wir kreieren unser eigenes Ranking, es gibt genügend internationale Beispiele.

Der Anteil an Absolvent_innen in den MINT-Fächern soll um 20 Prozent gesteigert werden, speziell von Frauen in technischen Fächern um fünf Prozent. Eine Steigerung der Absolvent_innenzahl um 20 Prozent setzt voraus, dass sich einerseits genügend Talente interessieren (Interesse allein reicht leider nicht aus), andererseits braucht es auch – wie erwähnt – attraktive Rahmenbedingen.

Buzzword. „Digitalisierung“ ist ein Buzzword, unter dem jeder etwas anderes versteht. Eines ist aber sicher:  Digitalisierung ist nicht MINT, sondern Gesellschaft. Wir müssen aus der Stärke der einzelnen Fächer heraus neue wissenschaftliche Fächer entwickeln, und das geht nur auf der Basis von Exzellenz in den Fächern und der Öffnung dieser in Richtung der gesellschaftlichen Herausforderungen. Ohne dieses werden wir die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ziele nicht erreichen, die FTI-Strategie bildet diese grundlegende Voraussetzung nicht adäquat ab.

Internationalisierung, ausgedrückt u.a. in dem Ziel, dass 45 Prozent des angeworbenen Forschungspersonals aus dem Ausland kommen soll, ist nur zu unterstützen. Aber dazu muss die Republik Österreich Ihren Beitrag leisten, der auch darin besteht, Solidarität in Europa zu zeigen. Wir akquirieren international, aber unsere Attraktivität ist abhängig vom Renommee des Standortes.

Zum Schluss das Konsolidierungsbonmot – fast schon vergessen: Wir wissen nicht genau wie, aber die Exzellenzinitiative kommt – nur, dass wir diese uns zu 40 Prozent selbst finanzieren. Fortsetzung folgt . . .

Rektorin Sabine SEIDLER

Präsidentin der Universitätenkonferenz

INLAND

Mehr als zehn Monate nach Verhängung des ersten Lockdowns im Zuge der COVID-19-Pandemie trotzen Österreichs Universitäten nach wie vor den Corona-bedingten Einschränkungen von Lehre und Forschung. Sie sind auch für das Sommersemester 2021 gerüstet, der Betrieb werde unter „erschwerten, hybriden Bedingungen“ fortgesetzt – so lautete der Tenor von uniko-Präsidentin Sabine Seidler bei ihrer Pressekonferenz am 19. Jänner im Rektorat der TU Wien. Allerdings: „Die Lehrenden und Studierenden weisen eine gewisse Müdigkeit auf“, merkte Seidler an. Und räumte auf Nachfrage ein, sie befürchte mehr Studienabbrüche.  

In einer gemeinsamen Erklärung vor Ende der Begutachtungsfrist zur UG-Novelle meldeten sich Mitte Jänner die Senatsvorsitzendenkonferenz (SVK) und die Universitätenkonferenz (uniko) zu Wort. In der Aussendung bekundeten sie Konsens darin, dass „die ausgewogene Stellung von Universitätsrat und Senat bei der Wiederbestellung von Rektorinnen und Rektoren unverändert bleiben soll“. Die Legitimation des Rektorats müsse sowohl im Senat als auch im Universitätsrat auf denselben Mehrheitsverhältnissen beruhen, um das Zusammenwirken der universitären Leitungsorgane und das wechselseitige Vertrauen, das die Grundlage für die erfolgreiche Leitung einer Universität darstellt, nicht zu beeinträchtigen.

Die Causa Christine Aschbacher (ÖVP), deren mit skurrilen Zitaten gespickte Diplomarbeit an einer FH aus dem Jahre 2006 und Dissertation an der Slowakischen Technischen Universität Bratislava (2020) zum Rücktritt der Arbeitsministerin im Jänner führte, hat das Thema Plagiate schlagartig ins mediale Rampenlicht gerückt. Während die Verantwortlichen der FH und TU Bratislava nach Erklärungen suchten und eine Prüfung der Vorwürfe ankündigten, sahen sich Österreichs Universitäten genötigt, Auskunft über die Qualitätssicherung an ihren Häusern zu geben. Namens der uniko nahm Vizepräsident, Rektor Oliver Vitouch (Universität Klagenfurt) in mehreren Interviews gegenüber Tageszeitungen und dem ORF-Fernsehen Stellung und sparte dabei nicht mit Kritik an schwarzen Schafen in der Scientific Community.

INTERNATIONALES

Die jüngsten Ereignisse rund um die Proteste von Studierenden an der Bogazici-Universität in Istanbul, bei denen Anfang Februar nach Agenturberichten erneut mehrere Menschen festgenommen worden, lösen bei der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) große Besorgnis aus. uniko-Präsidentin Sabine Seidler nimmt die Vorgänge zum Anlass für scharfe Kritik: „Bereits die politische Besetzung des Rektorats der renommierten Istanbuler Universität durch den türkischen Staatspräsidenten widerspricht allen Standards in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Wenn der Widerstand gegen diesen Willkürakt jetzt zu staatlicher Gewalt auf akademischem Boden führt, kann das nicht geduldet werden.“

uniko-PUBLIKATION

Seit Jänner 2021 liegt eine neue Broschüre der Universitätenkonferenz (uniko) vor: Unter dem Titel „Hochschulen von morgen – Ergebnisse eines Konsultationsprozesses im Jahre 2020“ hat die uniko Überlegungen des Wissenschaftsressorts für einen Hochschulplan 2030 zum Anlass genommen, um den Blick über das dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts hinaus zu öffnen und zwecks besserer Abschätzung der Anforderungen an den Hochschulraum wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen abzustecken - als Ausgangspunkt für weiterführende Diskussionen. 

ZITAT DES MONATS

„Als Wissenschafter hat man ein hohes Ausmaß der Selbstbestimmung. Als Politiker hat man das nicht mehr in dem Maß. Man sollte mit Disziplin und Demut an die Aufgabe herangehen und dann kann man das schon durchstehen.“

Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann im Interview mit der PRESSE vom 16. Jänner 2021 auf die Frage, ob er einen Ratschlag für seinen neuen Kollegen in der Regierung, Arbeitsminister Martin Kocher, habe.

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